Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Eugen von Hippel

geboren: 3. August 1867 Königsberg
gestorben: 5. August 1939 Göttingen
Konfession: evangelisch
Vater: Universitätsprofessor Arthur von Hippel

Eugen von Hippel

Zunächst privat unterrichtet, besuchte von Hippel später das Gymnasium in Gießen (Reifeprüfung 1884). Er studierte Medizin an den Universitäten Gießen, Freiburg, Berlin, Heidelberg und Göttingen. 1889 bestand er das Staatsexamen, 1890 promovierte er mit der Dissertation »Zur Aetiologie der Keratitis neuroparalytika« an der Universität Göttingen zum Dr. med. 1890/91 volontierte von Hippel im pathologischen Institut und in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. 1892 wurde er Assistent an der Augenklinik der Universität Heidelberg und habilitierte sich 1893 mit der Arbeit »Über Siderosis bulbi und die Beziehungen zwischen siderotischer und hämatogener Pigmentierung«. Zum außerordentlichen Professor wurde er 1897 ernannt. 1909 wurde von Hippel auf das Ordinariat für Augenheilkunde an der Universität Halle berufen. 1914 wechselte er an die Universität Göttingen, wo er die Nachfolge seines Vaters antrat. Während des Ersten Weltkrieges leitete er in Halle ein Reservelazarett. Von Hippel trat mit substantiellen Beiträgen zur Augenheilkunde hervor, etwa »Über die Pallativtrepanation bei Stauungspapille« (1909). Als Operateur beschritt von Hippel mit der Einbeziehung des Gehirns neue Wege in der Ophtalmologie. Er regte zahlreiche Studien über Infektionskrankheiten des Auges an, ihn selbst interessierten vor allem die Missbildungen des Auges. Die Angiomatosis retinae, eine erbliche, mit der Bildung von Geschwüren einhergehende Netzhautmissbildung, wurde durch von Hippel 1895 als Erkrankung beschrieben und wird heute als Hippel-Lindausches Syndrom bezeichnet.

Organisationen: 1900 trat von Hippel der Nationalliberalen Partei bei, später war er Mitglied der DVP.

Quellen: BA R 4901/13266; NDB Band 9, S. 200.

Autor: HE

Zum Seitenanfang