Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Paul Holdefleiß

geboren: 15. September 1865 Salzmünde
gestorben: 15. März 1940 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Kleinbauer und Gutsinspektor

Paul Holdefleiß

Der Bruder von Friedrich Holdefleiß besuchte Schulen in Salzmünde und Halle. Danach arbeitete er in einer schlesischen Zuckerfabrik. Die Reifeprüfung legte er 1886 als Externer in Breslau ab. Er studierte Naturwissenschaften, Nationalökonomie, Philosophie und Landwirtschaft an der Universität Breslau. 1888/89 arbeitete er auf landwirtschaftlichen Betrieben in Schlesien, 1889/90 in der Steiermark. Ab 1890 studierte er Landwirtschaft an der Universität Halle, ab 1892 war er Assistent Julius Kühns und promovierte 1894 mit der Arbeit: »Die Bedeutung des verdauten Anteils der Rohfaser für die tierische Ernährung«. 1895 legte er die Staatsprüfung ab, 1897 habilitierte er sich mit einer chemischen Untersuchung verschiedener Stroharten für das Fach Landwirtschaft. 1902 übernahm Holdefleiß die Leitung der Abteilung für Pflanzenbau und Meteorologie des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Halle. Im selben Jahr wurde er zum außerordentlichen, 1904 zum planmäßigen außerordentlichen Professor mit einem Lehrauftrag für Pflanzenanbau und –züchtung ernannt. 1921 erhielt er eine ordentliche Professur. 1933 emeritiert, vertrat er seinen Lehrstuhl bis 1935. Holdefleiß publizierte zu Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung (»Landwirtschaftliche Pflanzenzüchtung«, 1908; F. Knauers »Rübenbau«, 10. bis 12. Auflage 1912, 1917, 1923; »Der Wiesenbau«, 1918), vor allem aber zur Agrarmeteorologie. Als einer der ersten Wissenschaftler untersuchte er den Einfluss der Witterung auf die Erträge der Kulturpflanzen systematisch (»Witterungskunde für Landwirte: Eine Anleitung zur Anstellung von meteorologischen Beobachtungen und zur Benutzung von Wetterkarten«, 1907; »Agrarmeteorologie: Die Abhängigkeit der Ernteerträge von Wetter und Klima«, 1930).

Zu vor 1918 Konservative Partei, 1934 förderndes Mitglied der SS

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 8136 (Holdefleiß); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Böhm, Pflanzenbau, S. 122 f.

Bild: UAHW

Autor: HE

Zum Seitenanfang