Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Walter Hülse

geboren: 16. August 1887 Guttenfeld, Kreis Groß Eylau
gestorben: 1958 Westdeutschland
Konfession: evangelisch
Vater: Hauptlehrer

Walter Hülse

Hülse studierte Medizin in Königsberg. Die medizinischen Praktika absolvierte er in Karlsruhe und Konstanz, danach leistete er Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger. 1914 promovierte er zum Dr. med. an der Universität Königsberg. 1914 eingezogen, wurde Hülse im Oktober 1914 verwundet und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Nach der Genesung war er bis 1918 als Heeresangehöriger Assistent am Pathologischen Institut Breslau. 1919 als Oberarzt der Reserve entlassen, war er von 1919 bis 1923 Assistenzarzt an der Medizinischen Universitätsklinik Halle. Hier habilitierte er sich 1922, von 1923 bis 1932 war er Oberarzt der Klinik und wurde 1926 zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. Seit 1933 leitete er die Innere Abteilung am Elisabethkrankenhaus Halle. 1936 wurde er ärztlicher Direktor des Krankenhauses. 1944 verhaftete ihn die Gestapo, da er Kontakte zu den Verschwörern vom 20. Juli hatte, zu seinen Patienten gehörte auch der Großagrarier Carl Wentzel. Durch Bestechung wieder auf freiem Fuß, nahm er nach einer überstandenen Fleckfiebererkrankung im April 1945 Kontakt zur Gruppe um Theodor Lieser auf. 1945 maßgeblich an der »Rettung der Stadt Halle« beteiligt, wurde er nach Kriegsende zum Vizepräsidenten der Provinz Sachsen ernannt. 1946 schied Hülse aus allen politischen Ämtern aus und war nur noch als Professor mit Lehrauftrag an der Martin-Luther-Universität Halle tätig. 1951 floh er aus der DDR, bis zu seinem Tod, wahrscheinlich 1958, soll er ein Sanatorium geleitet haben.

Organisationen: 1929 bis 1932 Mitglied der DVP, NSDFB (Stahlhelm) seit 4. Mai 1933.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 8237 (Hülse); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Bock.

Autor: HE

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