Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Josef Igersheimer

geboren: 3. September 1879 Frankfurt am Main
gestorben: 7. November 1965 Brookline (Massachusetts, USA)
Konfession: jüdisch
Vater: Kaufmann

Josef Igersheimer

Igersheimer studierte Medizin an den Universitäten Heidelberg, München, Berlin, Strassburg und Tübingen, unterbrochen durch den Militärdienst als einjährig freiwilliger Arzt. 1904 promovierte er an der Universität Tübingen zum Dr. med. mit der Dissertation »Über den Blutdruck bei Tuberkolösen«. 1904/05 volontierte er im phamakologischen und bakteriologischen Universitätsinstitut Strassburg, 1905/06 arbeitete er in einer Berliner Augenklinik. 1906 trat Igersheimer die Stelle als Erster Assistent an der Universitätsaugenklinik Heidelberg an. Mit Eugen von Hippel wechselte er 1909 an die Universität Halle und habilitierte sich 1910 für das Fach Augenheilkunde. 1912 lehrte er in Liverpool, 1913 in Oxford. 1914 folgte er von Hippel erneut und habilitierte sich an die Universität Göttingen um. 1915 erhielt er den Professorentitel. Während des Ersten Weltkrieges leitete er ein Reservelazarett für Augenverletzte in Halle. In Göttingen wurde er 1920 zum außerplanmäßigen Professor für Augenheilkunde ernannt. 1925 trat Igersheimer die Stelle des Chefarztes der augenärztlichen Abteilung des (späteren) Universitätskrankenhauses Frankfurt am Main an. 1933 wurde ihm wegen seiner jüdischen Herkunft die Lehrbefugnis entzogen. Igersheimer emigrierte in die Türkei und übernahm die Leitung der Universitätsaugenklinik Istanbul. 1939 ging Igersheimer in die USA und wurde Associate Professor an der Tufts University Boston, 1945 wurde er eingebürgert. Igersheimer forschte vor allem zur Pathologie des Auges und zum Einsatz von Pharmazeutika gegen Augenkrankheiten. 1918 erschien seine Monographie »Syphilis und Auge«, 1921 das Werk »Erkrankungen der Aderhaut, der Netzhaut, des Nervus opticus: Augenveränderungen durch Gifte«.

Organisationen: Im November 1918 unterzeichnete Igersheimer einen Aufruf zur Gründung einer »großen demokratischen Partei« und trat der DDP bei.

Quellen: Becker u. a., Göttingen (2. Auflage); International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945, Vol. II, Part 1, p. 549.

Autor: HE

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