Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Georg Jacoby

geboren:22.07.1899 in Halle
gestorben:19.08.1987 in Achern (Schwarzwald)
Konfession:-
Vater:Kaufmann und Fabrikbesitzer

Georg Jacoby

Georg Jacoby wurde am 22.07.1899 in Halle als Sohn des Kaufmanns und Fabrikbesitzers Heinrich Jacoby und seiner Ehefrau Flora Jacoby geboren. Das Stadtgymnasium in Halle verließ er 1917 mit dem Abiturium. Nach Studium in Berlin, Halle und Frankfurt/Main bestand er 1922 das medizinische Staatsexamen. Seine Ausbildung zum Dermatologen erfolgte an der halleschen Hautklinik unter der Leitung von Karl Grouven. 1933 war er Medizinalpraktikant an der Universitäts-Poliklinik in Halle. 1936 wurde er aus der halleschen Universitäts-Hautklinik, wo er als Assistenzarzt arbeitete, aus „rassepolitischen Gründen“ entlassen. Danach ging er nach Wien an die dermatologische Universitätsklinik unter Leitung von Moritz Oppenheim (1936/37). Nach dem Anschluss Österreichs musste er wieder nach Deutschland zurückkehren.

Er war fünf Monate Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen. Nach mehrjähiger Arbeit in einer (Ammendorfer) Papierfabrik war er Häftling im KZ Theresienstadt und wurde dort als Arzt eingesetzt.

Bereits im Juni 1945 kehrte er an die Universitätsklinik nach Halle zurück und wurde hier zunächst zum kommissarischen Direktor, dann ab November 1945 zum Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hautkrankheiten und außerordentlichen Professor ernannt. Gleichzeitig war er Provinzialvenerologe. Seit Ende 1946 kündigte er wegen der katastrophalen Versorgungssituation und wegen Personalmangel mehrmals die Niederlegung seiner Ämter an. 1948 wurden ein Oberarzt und zwei Ärzte aus seiner Klinik verhaftet. Georg Jacoby setzte sich in uneigennütziger Weise für die Verhafteten ein. 1949 floh er selbst mit seiner Familie aus der SBZ. Jacoby arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Arzt in einer Klinik in New York. Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Europa zurück und lebte zunächst in Lugano, später in Frankfurt/Main. 

Jacoby heiratete 1922 und hatte vier Kinder. Der bekannte Architekturzeichner Helmut Jacoby (1926-2005) war sein Sohn. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Unteroffizier teil.

1945 wurde er Mitglied der KPD und 1946 Mitglied der SED.

Er verstarb am 19.08.1987 in Achern (Schwarzwald).

Weitere Literatur: Gerstengarbe, Sybille, in: Stengel, Friedemann (Hg.): Ausgeschlossen. Die 1933-1945 entlassenen Hochschullehrer der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 2. Aufl. Halle 2016, 205-209

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Autor: AK

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