Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Philipp Jolly

geboren: 26. August 1860 Würzburg
gestorben: 19. Februar 1932 Kösern bei Seefeld (Tirol)
Konfession: evangelisch
Vater: Universitätsprofessor

Philipp Jolly

Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Würzburg studierte Jolly Medizin in Würzburg, Leipzig, München und Göttingen. 1904 erhielt er die Approbation als Arzt und vertrat kurzfristig einen Landarzt im Hessischen. 1904/05 leistete er Militärdienst als Einjährig freiwilliger Arzt im Königlich Bayerischen Leibinfanterieregiment. 1905 promovierte er an der Universität Göttingen mit einer preisgekrönten pharmakologischen Dissertation (»Die Einwirkung des Mutterkorns auf die Cirkulation«). 1905 trat er eine Assistentenstelle an der psychiatrischen Klinik der Universität Kiel an. 1907/08 war er als Schiffsarzt tätig und unternahm eine Studienreise nach London. 1908 wurde er Assistent an der psychiatrischen und Nervenklinik in Halle, gab die Stelle jedoch 1909 krankheitshalber auf und ließ sich als Nervenarzt in Hannover nieder. Im November 1911 nahm er die Arbeit als Assistent in Halle wieder auf. 1913 veröffentlichte er die Arbeit »Die Heredität der Psychosen«. Von 1914 bis 1919 leistete Jolly Kriegsdienst als Stabsarzt im Reservelazarett Nürnberg I. Hier leitete er die Abteilung Psychiatrie/Neurologie, die er zu einer angesehenen kriegspsychiatrischen Institution ausbaute. 1915 habilitierte er sich an der Universität Halle mit der Schrift »Menstruation und Psychose« und publizierte zur Psychiatrie im Krieg (»Über Kriegsneurosen«, »Kriegshysterie und Beruf«, »Über Dienstunfähigkeit und Rentenfrage bei nervenkranken Soldaten«, »Arbeitstherapie für nervenkranke Soldaten«, »Erfahrungen auf der Nervenstation eines Reservelazaretts«). Von 1919 bis 1921 war er Oberarzt der psychiatrischen Universitätsklinik in Halle, 1920 wurde ihm der Professorentitel verliehen. Seine Venia legendi erlosch aber bereits 1922, da er seinen Wohnsitz in Düsseldorf nahm und dort Leiter eines ehemaligen Lazaretts für psychisch Kranke wurde (Versorgungskrankenhaus Düsseldorf).

Quelle: UAHW, Rep. 11, PA 8468 (Jolly); Fischer/Voswinckel, S. 735.

Autor: HE

Zum Seitenanfang