Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Rudolf Jordan

geboren: 21. Juni 1902 Großlüder, Kreis Fulda
gestorben: nach 1984 München
Konfession: nicht ermittelt
Vater: Kaufmann, Kleinbauer

Rudolf Jordan

Der Sohn eines Kaufmannes und Kleinbauern leistete nach dem Besuch der Volksschule freiwilligen Arbeitseinsatz in Rüstungsbetrieben. Außerdem schloss er sich der katholischen Jugendbewegung (Bund Neudeutschland) an. Von 1918 bis 1924 besuchte er die Präparandenanstalt und das Lehrerseminar Fulda. 1920 war er Zeitfreiwilliger, 1921 trat er dem Bund Oberland bei. Nach dem Examen als Volksschullehrer arbeitete Jordan bei Verlagen und in der Werbebranche. 1925 trat er in die NSDAP ein (Mitglied Nr. 4 871). 1927 wurde er Lehrer an der Heeresfachschule für Wirtschaft Fulda sowie an der Fuldaer Berufsschule. 1929 wurde er in die Stadtverordnetenversammlung Fulda und den Provinziallandtag Hessen-Nassau gewählt. Wegen seiner politischen Aktivitäten musste er aus dem Schuldienst ausscheiden. 1929 gründete er den Fuldaer Beobachter, 1930 wurde er Chefredakteur der Wochenzeitung »Der Sturm« in Kassel. 1931 ernannte ihn Adolf Hitler zum Gauleiter von Halle-Merseburg. 1932 wurde er in den Provinziallandtag und den preußischen Landtag gewählt. 1933 erhielt er den Titel Staatsrat und wurde zum SA-Gruppenführer ernannt. 1935/36 opponierte er massiv gegen Pläne, die Universität Halle zu schließen. 1937 wechselte er als Gauleiter nach Magdeburg-Anhalt, zugleich wurde er Reichsstatthalter für Braunschweig und Anhalt. Ab 1939 war er Reichsverteidigungskommissar für den Wehrkreis XI (Hannover), ab 1942, nach der Neuordnung der Reichsverteidigungsbezirke, für den Gau Magdeburg-Anhalt. Nach der Teilung der Provinz Sachsen ernannte ihn der preußische Ministerpräsident Hermann Göring zum Oberpräsidenten der Provinz Magdeburg. Im Mai 1945 floh er in amerikanisches Besatzungsgebiet, wurde verhaftet und im Juli 1945 an die sowjetischen Behörden ausgeliefert. Durch verschiedene Gefängnisse in der SBZ geschleust, wurde er 1949 nach Moskau gebracht und 1950 zu 25 Jahren Strafarbeit verurteilt. 1955 entlassen, war er in Westdeutschland als Handels- und Verlagsvertreter, schließlich als Sachbearbeiter in der Flugzeugindustrie tätig.

Autobiographie: Rudolf Jordan, Erlebt und erlitten – Weg eines Gauleiters von München bis Moskau, Leoni am Starnberger See 1971.

Quellen: Höffkes, S. 166 ff.; Autobiographie.

Autor: HE

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