Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Karl Justi

geboren: 8. März 1873 Marburg
gestorben: 21. März 1949 Marburg
Konfession: evangelisch
Vater: Universitätsprofessor Ferdinand Justi

Karl Justi

Ab 1892 studierte Justi Naturwissenschaften speziell Zoologie und Paläontologie an der Universität in Freiburg/Breisgau. 1894 wechselte er zur Medizin, 1897 promovierte er an der Universität Marburg mit einer prämierten Forschungsarbeit zu tuberkulösem Granulationsgewebe zum Dr. med. Danach arbeitete er als Assistenzarzt in der Pathologie, Anatomie, Chirurgie und der Geburtshilfe an Kliniken in Hamburg (1897-1900), Marburg (1900-1901) und Posen (1901-1903). Von 1903 bis 1913 wirkte er als praktischer Arzt der deutschen Kolonie in Hongkong, aber auch Macao. Da Justi den Chef der portugiesischen Kommission zu Klärung offener Grenzstreitigkeiten mit China und späteren Botschafter in London, A. Cinatti, von einer Tropenkrankheit heilte, erhielt er 1913 den Militärorden der unbefleckten Empfängnis (Ordem Militarde Nossa Senhore da Conceicao de Villa Vicosa). 1913 kehrte Justi nach Deutschland zurück, wurde Assistent am anatomisch-pathologischen Institut der Universität Halle und habilitierte sich mit der Arbeit »Beiträge zur Kenntnis der Spru – Aphtae tropicae«. Seine Antrittsvorlesung hielt er zum Thema »Die krankmachende Einwirkung der Sonnenstrahlung auf dem Menschen«. 1914/15 vertrat er den Ordinarius am pathologisch-anatomischen Institut der Universität Breslau. 1916 wurde Justi in Halle zum Professor ernannt. 1917/18 war er leitender Arzt im Reservelazarett Aschersleben. 1919 ließ er sich als Arzt in Marburg nieder, wo er bis zu seinem Tode praktizierte.

Bemerkungen: Die Genealogie der Marburger Gelehrtenfamilie Justi ist in der Neuen Deutschen Biographie skizziert. Karl Justis Sohn Eduard wurde Physiker, war Ordiniarus der TH Braunschweig und von 1953 bis 1958 Präsident der Mainzer Akademie der Wissenschaft und Literatur.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 8533 (K. Justi); NDB Band 10, S. 703–709, Auskunft von Barbara Justi, Marburg.

Autor: HE

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