Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Rudolf Käubler

geboren:10. Juli 1904 Niederdorf (Erzgebirge)
gestorben:16. August 1989
Konfession:evangelisch
Vater:Bahnbeamter

Rudolf Käubler

Max Rudolf Käubler wurde am 10. Juli 1904 als Sohn eines Bahnbeamten und einer Fabrikarbeiterin in Niederdorf (Erzgebirge) geboren. Er besuchte das Lehrerseminar in Stollberg bis 1925. 1925/26 unterrichtetet an der Grundschule in Niederdorf. 1926 bis 1931 studierte er in Jena und Leipzig. 1931 bestand er in Leipzig das Staatsexamen für das Höher Lehramt und arbeitete daraufhin bis 1932 als Referendar und Assessor. Gleichzeitig war er von 1931 bis 1945 wissenschaftlicher Assistent am Geographischen Seminar in Leipzig. Er machte 1935 das Doktorexamen in den Fächern Geographie, Geologie und Germanistik. 1939 wurde er in Leipzig habilitiert und hielt dort Vorlesungen und Übungen. 1941 bis 1944 war er im Dienst der Wehrmacht als Oberzahlmeister in Heeresverpflegungsstellen tätig. Am 31.03.1944 wurde er vom Kriegsdienst wegen Dienstverpflichtung am Planungsamt des Reichforschungsrates (Lindau b. Northeim), zurückgestellt. Nach dem Ende des Krieges war er bis Ende 1945 an der Universität Leipzig tätig. Von 1946 bis 1948 arbeitete er als selbstständiger Wissenschaftler. 1949-1951 war er Dozent an der Kreisvolkshochschule Stollberg. 1949 erhielt er einen Forschungsauftrag an der Universität Halle, wurde dort 1951 zum Dozenten und 1952 zum Professor mit Lehrauftrag für das Fach Physische Geographie und Direktor des Geographischen Seminars ernannt. Von 1955-1958 war er Dekan und 1958-1962 Prodekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Halle. 1959 nahm er eine Gastprofessur in Jena wahr. Am 01.08.1969 wurde er in Halle zum ordentlichen Professor ernannt und am 01.09.1969 emeritiert. In Halle setzte er sich für Universitätsangehörige und Studierende ein, die aus politischen Gründen verfolgt worden sind.

Rudolf Käubler verstarb am 16.08.1989.

Organisationen: Er trat am 01.01.1933 nach eigenen Angaben aus „sozialem Idealismus“ in die NSDAP ein und engagierte sich 1936 einige Monate in einer ihrer Ortsgruppen. Er war Mitglied des NSV (1934-45), des NSLB (1934), des NSD (1934-45) und des VDA (1936). 1959 wurde er in die Leopoldina aufgenommen und als Sekretär der naturwissenschaftlichen Abteilung in deren Präsidium gewählt.

Auswahl weiterer Literatur: Gerstengarbe, Sybille; Hennig, Horst: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg 1945-1961; Leipzig 2009, z.B. S. 362ff., 445, S. 580ff.

Waibel, Harry: Diener vieler Herren: Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR; Frankfurt/M. 2011.

Käubler, Rudolf: Die ländliche Besiedlung des Egerlandes; Leipzig 1935.

Ders.: Das Alter der deutschen Besiedlung des Egerlandes, Ein Beitrag zur frühgeschichtlichen Geographie; Göttinger Geographische Abhandlungen, Heft 20, Göttingen 1958.

Prof. E. Mücke (Sektion Geographie der MLU): „Rudolf Käubler zum 75. Geburtstag“. Hercynia N. F. 16 (1979), 4, S. 353-354

Quellen: UA Halle-Wittenberg, Rep.11/PA 27534

Bild: Frau Dr. Radwig Köpke

Autor: AK

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