Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Rudolph Kaltenbach

geboren: 12. Mai 1842 Freiburg im Breisgau
gestorben: 21. November 1893 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Gutsbesitzer

Rudolph Kaltenbach

Das Gymnasium besuchte Kaltenbach in Freiburg. Er studierte Medizin an den Universitäten Freiburg, Berlin und Wien. 1865 promovierte er an der Universität Freiburg zum Dr. med. Von 1865 bis 1867 war Kaltenbach Assistent an der chirurgischen Universitätsklinik in Wien. Während des preußisch-österreichischen Krieges war er als Lazarettarzt in Böhmen eingesetzt und wurde mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet. 1867 wechselte Kaltenbach als Assistent an die Kliniken der Universität Freiburg und habilitierte sich 1868 für das Fach Geburtshilfe. Am Krieg gegen Frankreich 1870/71 nahm Kaltenbach als freiwilliger Feldarzt in einer Pionierabteilung teil, die bei der Belagerung mehrerer Festungen eingesetzt war (ausgezeichnet als Ritter II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen). 1873 erhielt er den Professorentitel und wurde stellvertretender Oberhebarzt für den Badischen Ober-Rheinkreis. 1883 wurde Kaltenbach als ordentlicher Professor an die Universität Gießen berufen, 1887 wechselte er nach Halle (Nachfolge Olshausen). Wegen der erheblichen finanziellen Zusagen des Preußischen Kultusministeriums lehnte er einen Ruf nach Würzburg ab.
Kaltenbach setzte sich sehr stark für die wissenschaftliche Etablierung des Fachs Geburtshilfe ein. Gemeinsam mit seinem Freiburger Kollegen Alfred Hegar verfasste Kaltenbach 1874 das erste Handbuch der operativen Gynäkologie (4. Auflage 1894). Zahlreiche weitere Schriften waren Nierenkrankheiten (Albuminurie), Myomoperationen und verschiedenen Erkrankungen der Frau während der Schwangerschaft gewidmet. Sein Engagement für die Säuglingsfürsorge wurde vom Badischen Staat ignoriert. 1870 prangerte Kaltenbach in einer Denkschrift die hohe Sterblichkeit (40%) von unehelich geborenen und dann zu Kostfrauen gegebenen Säuglingen an. Sein Vorschlag, ein Säuglingsasyl einzurichten, aus dem einmal eine Kinderklinik entstehen könnte, lehnten die zuständigen Behörden ab.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 8611 (Kaltenbach); Leopoldina-Archiv MM 2884 (Kaltenbach); Seidler, Freiburg, S. 171; Hirsch, Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte, Band 3, S. 484.

Autor: HE

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