Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Georg Kampffmeyer

geboren: 8. Juli 1864 Berlin
gestorben: 5. September 1936 Berlin
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Seiden- und Lederfabrikant

Georg Kampffmeyer

Kampffmeyer besuchte das Köllnische Gymnasium in Berlin, die Reifeprüfung legte er 1883 ab. Er studierte in Bern, Lausanne, Florenz, danach sechs Semester in Berlin Theologie und Philosophie, vor allem aber romanische und semitische Philologie. 1890 legte er in Leipzig das philosophische Staatsexamen ab. 1890/91 volontierte Kampffmeyer an der Universitätsbibliothek Göttingen, danach wurde ihm die Katalogisierung der Kirchen-Ministerialbibliothek in Celle übertragen, deren Geschichte er später schrieb (»Zur Geschichte der Bibliothek in Celle«, 1896). 1892 promovierte er an der Universität Leipzig mit der Dissertation »Alte Namen im heutigen Palästina und Syrien« zum Dr. phil. Ab 1895 setzte Kampffmeyer seine philologischen Studien am Seminar für orientalische Sprachen an der Universität Berlin fort. Hier erarbeitete er eine »Kritische Bibliographie der arabischen Dialekte«, für Recherchen reiste er 1897/98 nach Paris, London, Oxford und Leiden. 1900 habilitierte er sich an der Universität Marburg mit einer Schrift über Verbalpartikel im Arabischen für das Fach semitische Philologie. Im Frühjahr 1901 hielt sich Kampffmeyer zum ersten Mal zu Sprachstudien in Marokko auf, Ende 1901 habilitierte er sich an die Universität Halle um. Der Grund für den Wechsel nach Halle war die Ernennung zum Bibliothekar und Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes der Bibliothek der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. Seine Antrittsvorlesung hielt er zum Thema »Heiligenverehrung im Islam«. Ab 1903 erhielt Kampffmeyer eine Remuneration, später ein Privatdozentenstipendium dass ihm mehrere Reisen in den arabischen Raum erlaubte (1905 Algerien, 1907 Marokko). 1906 wechselte Kampffmeyer als Lehrer für arabische Dialekte an das Seminar für orientalische Sprachen Berlin, 1907 erhielt er den Professorentitel, 1909 wurde formal berufen.
Das wissenschaftliche Werk Kampffmeyers war durch die Verbindung von ethnographischen und philologischen Studien gekennzeichnet. Das Mitglied der Leopoldina (seit 1906) veröffentlichte über arabische Dichter der Gegenwart ebenso wie zur Gegenwartsgeschichte des arabischen Orients, außerdem in der Reihe Angewandte Geographie (»Marokko«, 1903). Als Alterswerk publizierte er 5000 arabische Sprichwörter.
1912 gründete Kampffmeyer mit Martin Hartmann die Deutsche Gesellschaft für Islamkunde, deren Publikationsorgan er von 1913 bis 1936 leitete. Während des Ersten Weltkrieges baute Kampffmeyer, der auch staatliche Stellen beriet, eine Bibliothek der türkischen Literatur auf, die er später dem Deutschen Archäologischen Institut in Istanbul übereignete.

Quellen: UAHW, Rep. 21, Abt. III Nr. 144; UAHW, Rep. 11, PA 8635 (Kampffmeyer); Leopoldina-Archiv MM 3202 (Kampffmeyer); NDB Band 11, S. 91.

Autor: HE

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