Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Wilhem Kast

geboren: 8. Februar 1896 Halle
gestorben: 9. Januar 1980 Freiburg
Konfession: evangelisch
Vater: Bergrat

Wilhem Kast

Nach dem Abitur am Stadtgymnasium Halle leistete Kast von 1917 bis 1919 Kriegsdienst als Funker. Er studierte Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Halle. 1922 promovierte Kast mit einer Arbeit über Flüssigkristalle zum Dr. phil. 1923 erhielt er eine planmäßige Assistentenstelle am Physikalischen Institut der Universität Halle, 1924 wechselte er mit seinem Lehrer Gustav Mie an die Universität Freiburg. Hier habilitierte er sich 1927 für Physik. 1932/33 hielt er sich als Rockefellerstipendiat zu Forschungszwecken in den Niederlanden auf. 1933 wurde Kast zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. 1935/36 vertrat er einen Lehrstuhl an der Universität Freiburg, 1937 erhielt er einen Ruf an die Universität Halle. Als Ordinarius war er zugleich Direktor des Instituts für experimentelle Physik. Kast arbeitete mit der Heeresnachrichtenschule Halle zusammen, Dienstreisen führten ihn u. a. nach Peenemünde. Ab 1942 wurde sein Institut auf Veranlassung des Oberkommandos der Marine als Rüstungsbetrieb geführt, außerdem stand er in Kontakt mit dem Generalbevollmächtigten für Sonderfragen der chemischen Erzeugung. 1944 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. Mit dem »Abderhaldentransport« nach Hessen deportiert, wurde er in Abwesenheit von der Universität Halle entlassen. Von 1947 bis 1965 war Kast wissenschaftlicher Mitarbeiter der Farbenfabriken Bayer. 1948 wurde er Gastdozent der Technischen Akademie des Bergischen Landes Wuppertal, 1954 Honorarprofessor der Universität Köln, 1957 der Universität Freiburg. 1959 zum ordentlichen Professor der Universität Freiburg ohne amtliche Verpflichtungen ernannt, trat er 1967 in den Ruhestand.

Organisationen: 1921 bis 1924 und ab 1933 Stahlhelm, Ausbilder für Nachrichtentechnik, Übertritt zur SA, technischer Leiter bei einem Nachrichtensturm, 1936 befördert zum Obertruppführer. Am 1. Mai 1937 Aufnahme in die NSDAP.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 8685 (Kast); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407.

Bild: UAHW

Autor: HE

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