Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hans (Johannes) Kathe

geboren: 22. Dezember 1880 Stolberg (Harz)
gestorben: 25. August 1965 Rostock
Konfession:evangelisch
Vater: Schulrektor

Hans (Johannes) Kathe

Kathe besuchte die Bürgerschule in Hoym (Anhalt) und das Friedrichsgymnasium in Dessau (Reifeprüfung 1900). Er studierte Medizin an den Universitäten Heidelberg und Halle, unterbrochen durch den Militärdienst als Einjährig freiwilliger Arzt. Während der Semesterferien volontierte Kathe in verschiedenen Kliniken sowie im pathologischen Institut. 1905 erhielt er die Approbation und promovierte an der Universität Halle mit der Dissertation »Das ätherische Öl im Knoblauch, ein neues angeblich antituberkolöses Specificum« zum Dr. med. Nach der Ausbildung zum Feldunterarzt kehrte Kathe an die Universität zurück und trat eine Assistentenstelle am pathologischen Institut an. 1908 wechselte er als Assistent in das dem Hygienischen Institut angegliederte Untersuchungsamt für ansteckende Krankheiten. 1909 legte er das Kreisarztexamen ab. 1911 habilitierte sich Kathe an der Universität Halle für das Fach Bakteriologie und Hygiene mit der Arbeit »Sommerklima und Wohnung in ihren Beziehungen zur Säuglingssterblichkeit« In der die schlechten Wohnverhältnisse Halles anprangernden Schrift plädierte er für eine umfassende Reform des Kleinwohnungswesens: gesunde Wohnungen bedeute nicht zu letzt auch sinkende Kindersterblichkeit. Im Herbst 1911 wurde Kathe zum Kreisarzt in Breslau und Vorsteher des Königlichen Medizinaluntersuchungsamtes in der Stadt ernannt. Die Universität Halle strich ihn 1913 aus dem Vorlesungsverzeichnis. In Breslau 1945 entlassen, wurde Kathe zunächst – wohl zwangsweise – in einem Seuchenlaboratorium in Bad Warmbrunn (Schlesien) eingesetzt. 1947 in die amerikanische Besatzungszone ausgewiesen, siedelte er noch im selben Jahr nach Berlin um und trat 1948 die Stelle eines Abteilungsleiters für Seuchen und allgemeine Hygiene in der Hauptabteilung Gesundheitswesen der Deutschen Zentralverwaltung für Gesundheitswesen an. 1949 übernahm Kathe als ordentlicher Professor bzw. Professor mit Lehrstuhl die Leitung des hygienischen Instituts der Universität Rostock. Hier leitete er, wie schon 1929 in Breslau, den Bau eines neuen Institutsgebäudes. 1957 wurde Kathe emeritiert.
Kathe beschäftigte sich vor allem mit Infektionskrankheiten (Diphterie, Typhus) und beschrieb die Hepatitis korrekt als Viruserkrankung. Als wichtigste wissenschaftliche Leistung gilt der von ihm 1926/27 geführte Nachweis der gemeinsamen Ätiologie des bayerischen »Erntefiebers« und des schlesischen »Schlammfiebers«, wobei er diese Erkrankungen als Leptospirosen erkannte. 1950 unternahm Kathe eine Forschungsreise nach Schweden, um die Methoden zur Herstellung und Prüfung des BCG-Impfstoffs kennenzulernen. Gemeinsam mit anderen Wissenschaften entwickelte er in der Folgezeit ein Programm zur Eindämmung der Tuberkolose in der DDR.
Kathe gehörte mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften und Akademien an, ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Nationalpreis der DDR (3. Klasse, 1953).

Organisationen: nicht ermittelt

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 8691 (Kathe); Leopoldina-Archiv MM 4832 (Kathe).

Autor: HE

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