Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Otto Kneise

geboren: 9. August 1875 Hamma bei Heringen
gestorben: 4. Januar 1953 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Pastor

Otto Kneise

Nach dem Abitur am Gymnasium Sangerhausen leistete Kneise Militärdienst in einem Pionierbataillon. Ein Studium der Medizin in Halle, Berlin, München und wieder Halle schloss sich an. 1900 legte er das Staatsexamen ab, 1901 promovierte er zum Dr. med. und wurde Assistent an der Universitätsfrauenklinik. 1905 gründete er eine Privatklinik, aus der 1911 die Heilanstalt Weidenplan entstand. Von 1914 bis 1918 stand er als Stabsarzt der Marine im Kriegseinsatz in der Türkei (ausgezeichnet u. a. mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse) und war behandelnder Arzt der Königin von Bulgarien. 1918 habilitiert, erhielt der Chirurg und Urologe 1922 den Professorentitel. Nach eigener Aussage war Kneise »Feind des Nazi-Regimes«, wurde mehrfach von der Gestapo verhört, »wegen Heimtücke gegen den Führer angeklagt« und sei »nur um Haaresbreite am Konzentrationslager vorbeigegangen«. 1947 erneuerte die Universität Kneises Lehrauftrag, ab 1949 erhielt er eine Ehrenpension.

Organisationen: 1922 Stahlhelm, 1934 überführt in SA-Reserve II, bis 1933 Mitglied der DNVP.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 9034 (Kneise); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407

Autor: HE

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