Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gustav Kramer

geboren: 1. April 1806 Halberstadt
gestorben: 31. Juli 1888 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Arzt

Gustav Kramer

In Berlin studierte Kramer Philologie und Archäologie, sowie Theologie und Philosophie. 1828 promovierte er mit der Dissertation »Elogium Jacobi Perizonii ant. f.« Danach war er als Lehrer tätig. 1833 reiste er nach Italien, um seine wissenschaftliche Ausbildung zu vervollkommnen. Von da aus besuchte er als Reisebegleiter eines reichen Russen Griechenland und Kleinasien. Nach der Rückkehr veröffentlichte er eine Studie »Über den Stil und die Herkunft der bemalten griechischen Tongefäße« (1837). Er war wieder als Gymnasiallehrer tätig und wurde später zum Direktor des Französischen Gymnasiums in Berlin ernannt. Kramers Ruf als Philologe beruhte auf der Edition der Handschriften des Strabon (»Strabonis geographica recensuit, commentario critico«, 5 Bände, 1844, 1847, 1852), mit der er die erste sichere Grundlage für eine Textkritik des bedeutendsten antiken Geographen legte. 1853 übernahm er als Nachfolger Hermann Agathon Niemeyers die Leitung der Franckeschen Stiftungen. Hier publizierte er u. a. »Beiträge zur Geschichte August Hermann Franckes, enthaltend den Briefwechsel Franckes und Speners« (1861) sowie »August Hermann Francke: Ein Lebensbild« (2 Bände 1880 und 1882). Im Nebenamt übernahm er als außerordentlicher Professor zugleich die Direktion des Pädagogischen Seminars, das damals zur Theologischen Fakultät gehörte. In Privatvorlesungen behandelte er Pädagogik, Didaktik und die Geschichte der neueren Pädagogik. Sein beruflicher Ausstieg vollzog sich langsam: 1878 gab er das Direktorenamt der Stiftungen ab, 1881 stellte Kramer die Lehre ein und 1884 legte er den Vorsitz der wissenschaftlichen Prüfungskommission für das höhere Lehramt nieder.

Quellen: Chronik 1888/89, S. 17 f.; Dissertation.

Autor: HE

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