Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Johann Heinrich Krause

geboren: 1. Januar 1800 Bürgel (Thüringen)
gestorben: 13. Februar 1882 Dresden
Konfession: evangelisch
Vater: nicht ermittelt

Johann Heinrich Krause

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Weimar studierte Krause an den Universitäten Jena und Halle Klassische Philologie. Er promovierte zum Dr. phil. und ließ sich als Privatgelehrter in Jena nieder. 1831 wechselte er als Hilfslehrer an die Latina der Franckeschen Stiftungen, gab diese Tätigkeit jedoch bald auf, um sich seinen Studien über den Sport im alten Griechenland zu widmen (»Theagenes oder wissenschaftliche Darstellung der Gymnastik, Agnostik und Festspiele der Hellenen«, 1835, Nachdruck 1975; »Olympia oder Darstellung der großen olympischen Spiele und der damit verbundenen Festlichkeiten«, 1838, Nachdruck 1972). In den 1840er Jahren setze er die Lehrtätigkeit an der Latina fort, 1843 habilitierte er sich an der Universität Halle mit der Schrift »De civitatibus neocoris quae in numis maxime Lapid iburque inscriptis commemorantur« für alte Philologie und Archäologie, ohne jedoch eine ausgedehnte Lehrtätigkeit zu entfalten. U. a. las er Geschichte der Gymnasik und Agnostik, mehrfach bot er Vorlesungen über Platon an, gab jedoch auch Anleitung zum Disputieren in lateinischer Sprache. 1845 wurde Krause zum Kustos der Universitätsbibliothek ernannt. Nach der Veröffentlichung eines größeren Werkes über das kaiserliche Byzanz (»Die Byzantiner des Mittelalters in ihrem Staats-, Hof- und Privatleben, insbesondere vom Ende des zehnten bis gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts« (1869; Nachdruck 1974) erhielt er 1870 den Professorentitel. Außerdem publizierte er mehrere Schriften zur griechischen Mythologie und Kulturgeschichte sowie zur Eroberung von Byzanz. Für die Enzyklopädie der Künste und Wissenschaften bearbeitete er zahlreiche Schlagworte, u. a. zum griechischen Theater. 1877 trat Krause in den Ruhestand und siedelte nach Dresden über.

Quellen: Chronik 1881/82, S. 5 f.; Vorlesungsverzeichnisse; UAHW, Rep. 21, Nr. 59 II.

Autor: HE

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