Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Heinz Kürten

geboren: 29. Mai 1891 Lüneburg
gestorben: 16. Dezember 1966 München
Konfession: evangelisch
Vater: Privatmann

Heinz Kürten

Bemerkungen: Die Stammakte Prof. Dr. Kürten im UAM wurde 1945 von Mitarbeitern der amerikanischen Militärregierung abgeholt und ist seitdem unauffindbar.

Das Reifezeugnis erwarb Kürten 1911, ein Studium der Medizin in Heidelberg und Leipzig schloss sich an. 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, wegen einer bakteriell verursachten Nierenentzündung wurde er zum Sanitätsdienst in das Lazarett Chemnitz kommandiert. 1916 bestand er das Staatsexamen, 1917 erhielt er die Approbation. 1918 promovierte er an der Universität Heidelberg, 1919 wurde Kürten Assistent am physiologischen Institut Emil Abderhaldens, 1921 wechselte er zur Universitätsklinik Halle wo er sich 1925 habilitierte. 1929 kündigte Theodor Brugsch Kürten, da seine wissenschaftlichen Leistungen »nicht ausreichen«. Am 13. Februar 1934 meldete ein Zeitungsbericht die Ernennung zum außerordentlichen Professor, ein entsprechender Erlass ging jedoch nicht beim Kurator ein, erst nach der Berufung an die Universität München wurde Kürten zum Professor ernannt. 1936 scheiterte die von der Partei gewünschte Berufung auf den Lehrstuhl der Inneren Medizin der Universität Halle am Einspruch der Fakultät. Am 27. Juni 1945 wurde Kürten des Amtes enthoben, ab 1951 war er Empfänger von Übergangsgeld gem. § 63 Abs. 1 des Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der unter Artikel 131 des Grundgesetzes fallenden Personen. Obwohl damit als Professor zur »Wiederverwendung« eingestuft, lehrte Kürten nicht wieder an der Universität München. Ruhestandsbezüge erhielt Kürten in der Höhe eines emeritierten Ordinarius, da eine Überprüfung der einstigen Verbindungen Kürtens zum Nationalsozialismus zu folgendem Urteil kam: »Die Vermutung, dass diese Verbindungen über eine gewisse Einflussnahme nicht der ausschlaggebende Grund für Ihre damalige Ernennung war …«

Organisationen: Eintritt in die NSDAP am 1. Februar 1931 (Mitglied Nr. 420 586), Amtsleiter in der Gauleitung München, 1944 wurde Kürten von seinem Gauamtsleiterposten enthoben und schied aus der NSDAP aus.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 9626 (Kürten); für gescheiterte Berufung 1936: UAHW, Rep. 11, PA 5189 (Cobet); BDC; Auskunft des UA München aus E-II-2161 Kürten.

Autor: HE

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