Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ernst Küster

geboren: 18. Juni 1874 Breslau
gestorben: 6. Juli 1953 Gießen
Konfession: evangelisch
Vater: Kaufmann, Prokurist eines Bankhauses

Ernst Küster

Küster besuchte bis 1893 das Magdalenengymnasium in Breslau und studierte ab 1893 Naturwissenschaften in München, Leipzig, Breslau und ab 1897 wieder in Leipzig. Er promovierte in München zum Dr. phil. mit der Dissertation »Die anatomischen Charaktere der Chrysobalaneen«. 1899 habilitierte er sich in Halle mit der Arbeit »Beiträge zur Anatomie der Gallen« für das Fach Botanik. Von 1900 bis 1909 war er Assistent am Botanischen Garten und Institut der Universität Halle, wo er sich mit entwicklungsgeschichtlichen und pharmakologischen Fragen beschäftigte. 1909 erhielt er ein Extraordinariat an der Universität Kiel, 1911 wechselte er in der selben Stellung an die Universität Bonn. 1920 berief ihn die Universität Gießen zum ordentlichen Professor und Direktor des botanischen Instituts. 1951 wurde er emeritiert.
In seinem umfangreichen wissenschaftlichen Werk befasste sich Küster vor allem mit der Untersuchung von Pflanzenzellen und Mikroorganismen. Er analysierte plasmolytische Vorgänge und beschrieb die Morphologie des Protoplasmas (»Pathologie des Protoplasmas«, 1929; »Pathologie der Plastiden«, 1937). Den chemischen Vorgängen in der Pflanzenzelle widmete er mehrere Monographien (u. a. »Die Pflanzenzelle«, 1935, 2. Auflage 1951, 3. Auflage 1956; »Experimentelle Zellforschung: Hinweise auf ihre wichtigsten Aufgaben«, 1948). Für das Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden verfasste Küster Artikel über die »Experimentelle Physiologie der Pflanzenzelle« und »Neubildungen am Pflanzenkörper« (1924 und 1927). Außerdem gab Küster lange Jahre die Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie mit heraus und untersuchte Methoden zur Vitalfärbung der Pflanzen. Als Arbeitsbücher erfolgreich waren Küsters Werk über die »Pathologische Pflanzenanatomie in ihren Grundzügen« (1903, 3. Auflage 1925), ein »Lehrbuch der Botanik für Mediziner« (1920) sowie seine »Anleitung zur Kultur der Mikroorganismen« (1907, 2. Auflage 1913). Gemeinsam mit dem Anatomen Wilhelm Roux verfasste er eine Studie über die »Terminologie der Entwicklungsmechanik« (1912). Später entstand die Schrift »Beiträge zur entwicklungsmechanischen Anatomie der Pflanzen« (1913, 2. Auflage 1931). Küster, der als führender Zellforscher seiner Zeit gilt, gehörte der Leopoldina und anderen europäischen Akademien an, u. a. in Österreich, Italien und den Niederlanden.

Organisationen:

Quelle: UAHW, Rep. 21, Abt III Nr. 144; BA Berlin R4901/13282; Leopoldina-Archiv MM 3393 (Küster).

Autor: HE

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