Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Emil Lehmann

geboren: 25. Januar 1881 Ittenheim (Elsass)
gestorben: 11. Januar 1981 Garmisch-Partenkirchen
Konfession: evangelisch
Vater: Postagent

Emil Lehmann

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Straßburg absolvierte Lehmann 1901/02 eine Ausbildung als Bergbaubeflissener auf Erz- und Kohlegruben im Rheinland, Saar- und Lahngebiet. Nach zwei Semestern an der Universität Straßburg wechselte er nach Berlin und schrieb sich dort an der Universität und der Bergakademie ein. 1906 legte er die Bergreferendarprüfung ab, 1908 promovierte er an der Universität zum Dr. phil. mit der Dissertation »Petrographische Untersuchungen an Eruptivgesteinen von der Insel Neupommern unter besonderer Berücksichtigung der eutektischen Verhältnisse pyroxen-andesitischer Magmen«. 1907 trat er eine Assistentenstelle an der Technischen Hochschule Danzig an. Hier habilitierte er sich 1911 mit der Schrift »Grundlagen einer neuen Systematik der Eruptivgesteine« für die Fächer Mineralogie, Geologie und Lagerstättenkunde. Erkundungsreisen führten ihn nach Spanien (Magnetit-Lagerstätten im Norden des Landes), Schweden (Eisenerzlagerstätten) und zu den in deutschem Besitz befindlichen Garewka-Goldminen am Jenisseij in Sibirien. 1914 hielt er sich an der Vulkan-Forschungsstation in Neapel auf. Kriegsdienst leistete er als Leutnant einer Eisenbahnbaukompagnie, ab 1917 in der Materialbeschaffungsstelle der Eisenbahntruppe. Nach der Rückkehr aus dem Krieg erhielt er 1919 eine Assistentenstelle am Mineralogischen Institut der Universität Halle bei Ferdinand von Wolff und war gleichzeitig für den Hallischen Verband zur Erforschung und Verwertung der mitteldeutschen Bodenschätze tätig. Seine Antrittsvorlesung in Halle hielt er zum Thema »Die Bildung und Umbildung der deutschen Kalisalzlagerstätten«. 1923 trat Lehmann eine Stelle als Leiter der chemischen Fabrik der Metall-Hüttenwerke in Berlin-Tempelhof an. 1924 erhielt er den Titel eines außerordentlichen Professors, 1926 ein Ordinariat an der Universität Gießen. Hier stellte er detaillierte Untersuchungen der magmatischen Provinz des Lahn-Dill-Gebirges an (»Eruptivgesteine und Eisenerze im Mittel- und Oberdevon der Lahnmulde« 1940). Mit welchen Problemen sich Lehmann als Armeegeologe während des Während des Zweiten Weltkrieges befasste, war nicht zu ermitteln. 1946 wurde er von der Universität entlassen und erst 1954 formal emeritiert. Lehmann zog nach Garmisch um. Hier beschäftige er sich weiterhin mit der Entstehung des Basalts, insbesondere mit den Kristallisationsvorgängen im Magma. Die Neue Deutsche Biographie würdigte Lehmanns Lebensleistung wie folgt: »Zahlreiche Kristallisationsbeobachtungen und Interpretationen Lehmanns sind heute durch moderne Arbeiten am Basaltproblem bestätigt worden – u. a. auf Island und im afrikanischen Grabengebiet – oft ohne dass die Bearbeiter seine Arbeiten kannten.«

Organisationen: NSDAP

Quellen: UAHW, Rep. 21, Abt. III Nr. 150; NDB Bd. 14, S. 76f.; Dissertation; Chroust.

Autor: HE

Zum Seitenanfang