Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ernst Lesser

geboren: 7. Dezember 1879 Stettin
gestorben: 1. März 1928 Mannheim
Konfession: jüdisch
Vater: Kaufmann

Ernst Lesser

Lesser besuchte das Marienstiftsgymnasium in Stettin, die Reifeprüfung legte er 1898 ab. Er studierte Medizin an den Universitäten Freiburg, Berlin und München. 1903 erhielt er die Approbation, im selben Jahr promovierte er an der Universität München mit einer Dissertation über die Eiweißverdauung zum Dr. med. Er leistete Militärdienst als Einjährig freiwilliger Arzt, wurde aber als untauglich nach wenigen Wochen dem Landsturm überwiesen. Im Juni 1903 trat er eine Stelle als Assistenzarzt am Kinderhospital in Altona an. Mit dem Sommersemester 1904 setzte er seine Studien, speziell zur Chemie und Physik, an der Universität München fort. Hier legte er das Vorexamen für Nahrungsmittelchemiker ab, trat jedoch 1906 eine Assistentenstelle am Physiologischen Institut der Universität Halle an. 1907 habilitierte sich Lesser in Halle mit der Schrift »Über die elektromotorische Kraft des Froschhautstroms und ihre Beziehungen zur Temperatur« für das Fach Physiologie (Dispens von § 4 des Universitätsstatuts). Seine Antrittsvorlesung hielt er zum Thema »Tierische Fermente«. 1910 nahm Lesser die Stelle des Vorstandes des Laboratoriums der städtischen Krankenanstalten Mannheim an. 1912 wurde er fest angestellt und verzichtete auf die Venia legendi. Lesser forschte vor allem zum Eiweiß- und zum Kohlehydratstoffwechsel. Anerkannt wurden seine Studien über das Gykogen der Zellen und die Regulation der Blutzuckerkonzentration. In Abderhaldens Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden verfasste er den Abschnitt zur Methodik der anoxybiotischen Versuche an mehrzelligen Tierarten und pflanzlichen Organismen (1925). Auf wissenschaftsorganisatorischem Gebiet setzte er sich für die Errichtung von Forschungsinstituten an städtischen Krankenanstalten ein.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 10048 (Lesser); Isidor Fischer, 1962, S. 897.

Autor: HE

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