Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Oskar Leuze

geboren: 30. Mai 1874 Beimbach (Württemberg)
gestorben: 19. Mai 1934 Königsberg
Konfession: evangelisch
Vater: Pfarrer

Oskar Leuze

Den ersten Unterricht erhielt Leuze durch seinen Vater und die Volksschule seines Heimatdorfes. Danach besuchte er das Karlsgymnasium in Stuttgart und legte hier 1888 das Landexamen ab. Er wurde in das theologische Seminar Schöntal aufgenommen, danach absolvierte er das theologische Seminar Urach. 1892 legte er die Reifeprüfung ab und studierte kurze Zeit am höheren theologischen Stift in Tübingen. An der Universität Tübingen studierte er Philosophie, klassische Philologie und Geschichte. 1896 legte er die erste Lehramtsprüfung ab. Militärdienst leistete er 1896/97 als Einjährig Freiwilliger in Tübingen. Bis 1899 war Leuze an verschiedenen Lehranstalten vertretungsweise tätig, 1898 promovierte er an der Universität Tübingen mit der Dissertation »Zur Quellenkritik und Chronologie des ersten punischen Krieges« und legte die zweite Staatsprüfung ab. Von 1899 bis 1901 war Leuze als Hauslehrer zweier Söhne des deutschen Gesandten in Lissabon tätig, Studienreisen führten ihn durch Spanien, Portugal und Nordafrika. Unter anderem sah er in der Bibliothek von Toledo verschiedene Manuskripte ein über die er publizierte (»Die Agricola-Handschrift in Toledo«, 1901). 1901 trat er eine Stelle als Hilfsbibliothekar der Universität Tübingen an. Nebenbei war er als Repetent tätig und hielt Lateinkurse für Juristen als Einführung in römische Rechtsquellen ab. Ab 1906 gab er auch Stilübungen im philologischen Seminar der Universität. Eine Italienreise begeisterte ihn für das Gebiet der römischen Chronologie zu der er Übungen abhielt und später auch publizierte (»Die römische Jahrzählung: Ein Versuch ihre geschichtliche Entwicklung zu ermitteln«, 1909). 1907 wurde Leuze Hauptlehrer am Gymnasium Tübingen, danach war er als Lehrer an einer höheren Mädchenschule in Bremen tätig. Aus Vorträgen vor Eltern und in Vereinen entstand 1912 eine Denkschrift »Erziehung zur Staatsbürger« in der sich Leuze für eine behutsame Modernisierung des Unterrichts aussprach, nicht zuletzt, um durch die Durchdringung aller Fächer mit »staatsbürgerlichen« Themen den Wehrwillen und die Opferbereitschaft im Fall eines Krieges zu stärken. 1912 habilitierte sich Leuze an der Universität Halle für das Fach Alte Geschichte mit einer Arbeit »Zur Geschichte der römischen Zensur«. Seine Antrittsvorlesung hielt er über die politischen Beziehungen der römischen Republik nach Nordafrika. 1914 nahm er einen Ruf auf ein besoldetes Extraordinariat an der Universität Czernowitz an, leistete jedoch von 1914 bis 1918 Kriegsdienst (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse). 1919 kehrte er an die Universität Halle als Privatdozent zurück. 1921 erhielt er ein Ordinariat für Alte Geschichte an der Universität Königsberg. Sein Alterswerk zur persischen Geschichte erschien postum (»Die Satrapieneinteilung in Syrien und im Zweistromlande von 520–329«, 1935)

Quellen: UAHW, Rep. 21, Abt. III Nr. 147; Weber, Biographisches Lexikon zur Geschichtswissenschaft, S. 347.

Autor: HE

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