Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hermann Levy

geboren: 22. Mai 1881 Berlin
gestorben: 16. Januar 1949 London
Konfession: evangelisch
Vater: Rentier

Hermann Levy

Bis zum 14. Lebensjahr wurde Levy privat unterrichtet, danach besuchte er das Wilhelmsgymnasium in Berlin, wo er 1899 die Reifeprüfung ablegte. Er studierte Volkswirtschaft und Rechtswissenschaften an der Universität München und reiste zu Studienzwecken nach Großbritannien. 1902 promovierte er an der Universität München mit einer Arbeit zur Notlage der englischen Landwirte zur Zeit der hohen Getreidezölle zum Dr. rer. pol. Danach hielt er sich mehrere Jahre in England und den USA auf, 1905 habilitierte er sich an der Universität Halle mit der Schrift »Die Stahlindustrie der Vereinigten Staaten von Amerika in ihren heutigen Absatz- und Produktionszahlen«. 1907 wurde Levy als Dozent an der Handelshochschule Mannheim angestellt und habilitierte sich an die Universität Heidelberg um. 1910 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Während des Ersten Weltkrieges war Levy in verschiedenen militärischen Wirtschaftsverwaltungen eingesetzt. 1916 erstattete er ein Gutachten im Auftrag der Kriegsmarine, dass den unbeschränkten U-Boot-Krieg gegen Großbritannien empfahl (abgewandelt als Agiationsschriften unter dem Titel »Die neue Kontinentalsperre«, 1916 und »Unser Wirtschaftskrieg gegen England«, 1916). 1920 wurde Levy als außerordentlicher Professor für Volkswirtschaft an die TH Charlottenburg berufen. Wegen jüdischer Vorfahren 1933 entlassen, emigrierte er nach Großbritannien. Levy publizierte vor allem über die englische und amerikanische Volkswirtschaft (»Monopole, Kartelle und Trusts in der Organisation der englischen Industrie«, 1909, 2. Auflage 1927; »Die Grundlagen des ökonomischen Liberalismus in der Geschichte der englischen Volkswirtschaft«, 1911, 2. Auflage 1928) sowie zur globalen Ökonomie (»Die Grundlagen der Weltwirtschaft«, 1924, 2. Auflage 1931).

Bemerkung: Levy veröffentlichte unter dem Pseudonym Hermann Lint u. a. »Die Frau im Traum« (1913)

Quellen: Dissertation; Drüll, Heidelberger Gelehrtenlexikon, Band 3, S. 163; Schwabe, Wissenschaft und Kriegsmoral, S. 235.

Autor: HE

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