Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Walter Lindemann

geboren: 25. März 1883 Halberstadt
gestorben: 31. August 1940 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Kaufmann

Walter Lindemann

Lindemann legte das Abitur 1905 an der Latina der Franckeschen Stiftungen ab und studierte dann Medizin in Halle. 1907 bestand er die ärztliche Vorprüfung, 1907/08 leistete er seinen Wehrdienst, 1910 legte er das medizinische Staatsexamen ab. Praktika absolvierte er in Halle, München und Mannheim, 1911 erhielt er die Approbation. 1911/12 tat er Dienst im Lazarett Halle, 1912 wurde er Assistent an der Universitätsfrauenklinik Halle. 1914/15 war er als Frontarzt eingesetzt und mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. 1915 wurde er als Oberarzt für die Frauenklinik reklamiert, im selben Jahr habilitierte er sich mit einer Arbeit über »Die Rolle der Lipoide in der Sexualfunktion des Weibes«. Nach dem Tod des Ordinarius war Lindemann provisorischer Klinikleiter, nach Neubesetzung des Lehrstuhles wurde er bei einem Landsturmregiment als Arzt eingesetzt. 1919 kehrte Lindemann nach Halle zurück und eröffnete eine Praxis für Geburtshilfe. Zugleich arbeitete er am Elisabethkrankenhaus. 1923 erhielt er die Chefarztstelle am Barbarakrankenhaus und wurde zum außerordentlichen Professor ernannt. Von der Vermögensverwaltung für jüdische Vermögen kaufte Lindemann das Haus Advokatenweg 7 und richtete eine Praxis darin ein. 1937 ereilte Lindemann ein erster Herzinfarkt, 1940 ein zweiter, tödlicher Herzinfarkt.

Organisationen: Vor 1933 DVP, Eintritt in die NSDAP am 1. April 1933 (Mitglied Nr. 1 776 619), 1934 Truppenarzt der HJ, NSDÄB, NSLB, NSV, Förderndes Mitglied der SS, Mitarbeiter der Reichsärztekammer (Gutachter und Vertrauensmann für das Krankenhauswesen).

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 10141 (Lindemann); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407.

Bild: UAHW

Autor: HE

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