Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Fritz Litten

geboren: 22. Januar 1873 Elbing (Westpreußen)
gestorben: Februar 1940
Konfession: evangelisch
Vater: Kaufmann

Fritz Litten

Litten besuchte Gymnasien in Elbing, Königsberg und Hohenstein (Ostpreußen). Dort legte er 1891 die Reifeprüfung ab. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Leipzig, Freiburg und Königsberg. 1894 legte er die erste juristische Prüfung ab, 1895 promovierte er an der Universität Halle mit der Dissertation »Der Dissens über die Person des Empfängers beim Traditionserwerb durch Stellvertreter« zum Dr. jur. Danach leistete er Militärdienst als Einjährig Freiwilliger. Den ersten Teil des Referendariats absolvierte er in Halle, zugleich setzte er seine Studien, speziell zur Rechtsphilosophie und zum bürgerlichen Recht (BGB), fort. Für den zweiten Teil des Referendariats wechselte Litten an das Oberlandesgericht Königsberg, hier legte er 1900 die große Staatsprüfung ab. Als Gerichtsassessor wählte Litten das Landgericht Halle, war jedoch für wissenschaftliche Studien beurlaubt. 1903 habilitierte er sich an der Universität Halle für das Fach römisches und deutsches bürgerliches Recht. Seine Antrittsvorlesung hielt er über »Die Haftung des Tierhalters in bürgerlichen Recht«. 1906 wurde Litten, der vor allem Landwirtschaftsrecht las, zum außerordentlichen Professor ernannt und 1908 als ordentlicher Professor an die Universität Königsberg berufen. Litten veröffentlichte nur wenige wissenschaftliche Arbeiten, u. a. das provencalische Rechtsbuch Lo Codi und seine Stellung in der Entwicklungsgeschichte des Culpa-Problems (1910), sowie mehrere Gutachten, u. a. zur kirchenrechtlichen Stellung der Mennoniten und den arbeitsrechtlichen Richtlinien für Straßenbahnschaffner. 1933 wurde Litten, dessen Vater Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Königsberg gewesen war, entlassen. Er zog nach Berlin um, 1938 gelang ihm die Emigration nach England. Sein Sohn Hans Litten, ein prominenter, der Kommunistischen Partei nahestehender, Anwalt, starb 1938 im Konzentrationslager Dachau.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 10193 (Litten); Kürschner bis 1931; Altpreußische Biographie, Band IV, S. 1128

Autor: HE

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