Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Friedrich Loeffler

geboren: 13. September 1885 Berlin
gestorben: nach 1970
Konfession: evangelisch
Vater: Universitätsprofessor, Arzt

Friedrich Loeffler

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Greifswald studierte Loeffler Medizin in Würzburg und Greifswald. 1910 legte er das Staatsexamen ab, 1911 promovierte er in Greifswald zum Dr. med. Seinen Militärdienst leistete er bei der Marine. Von 1912 bis 1914 war er Assistent an einer orthopädischen Privatklinik in Halle, von 1914 bis 1923 Assistent an der Chirurgischen Universitätsklinik Halle, gleichzeitig leitender Arzt der Orthopädischen Abteilung dieser Klinik. Während des I. Weltkrieges diente Loeffler als Arzt in einem Marinelazarett in Flandern, dann als Schiffsarzt der 3. U-Boot-Halbflotille, später als Stationsarzt am Marine-Lazarett Hamburg. 1916 wurde er für die Chirurgische Universitätsklinik Halle reklamiert. Hier habilitierte er sich 1919, 1922 erhielt er den Titel des nichtbeamteten außerordentlichen Professors. Von 1917 bis 1923 war Loeffler beratender Arzt des Regierungspräsidenten zur Behandlung von Kriegsverletzten (Leiter der so genannten Prothesen-Kommission), 1921 übernahm er die orthopädische Klinik seines ersten Mentors und leitete zugleich ein Krüppelheim. Von 1932 bis 1945 war er Durchgangsarzt für die Mitteldeutschen Berufsgenossenschaften. 1942 verurteilte das Sondergericht Halle Loefflers Ehefrau wegen Verbrechens gegen die Kriegswirtschaftsordnung zu zwei Jahren Gefängnis, sie hatte seit Kriegsbeginn aus der Privatklinik ihres Mannes fortlaufend Lebensmittel über die der Familie zustehenden Mengen hinaus entnommen. 1945 wurde Loeffler von der Universität Halle entlassen, jedoch 1950 erneut zum Professor mit Lehrauftrag für Orthopädie ernannt. 1951 erhielt Loeffler einen Ruf an die Humboldt-Universität Berlin, wo er 1957 emeritiert wurde. Von 1953 bis 1955 war kommissarischer Direktor der Orthopädischen Klinik Leipzig, von 1958 bis 1960 Chefarzt der Orthopädischen Klinik Berlin-Kaulsdorf.

Organisationen: Eintritt in die NSDAP am 1. April 1936 (Mitglied Nr. 3 729 266), NSDFB, NSLB, RLB, Förderndes Mitglied der SS.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 21636 (Loeffler); BDC.

Bild: UAHW

Autor: HE

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