Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Jakob Friedrich Ludovici

geboren:19. September 1671 Wacholzhagen (Pommern)
gestorben:15. Dezember 1723 Gießen
Konfession:evangelisch
Vater:Jakob Ludovici

Jakob Friedrich Ludovici

Ludovici besuchte das Gymnasium in Stargard. 1690 schrieb er sich zum Studium der Rechte in Königsberg ein. Während der Studienzeit war er vorübergehend in Stargard als Advokatengehilfe tätig. Zu seiner Herkunft ist nichts bekannt, aber diese Erwerbstätigkeit und das lange Studium deutet auf eine Herkunft aus einfachen Verhältnissen hin.

1700 legte er das Lizentiat ab und arbeitete weiter als Privatdozent in Halle. Bereits im folgenden Jahr,  am 28. Juli 1701 wurde er zum außerordentlichen Professor der Rechte in Halle berufen. 1702 wurde Ludovici promoviert. Ab 1705 gehörte er als Beisitzer bzw. Assessor dem Spruchkollegium der Juristenfakultät an. Das bedeutete für ihn eine höhere Stellung und auch die Beteiligung an den Einnahmen des Kollegs.

1711 erfolgte Ludovicis Berufung zum ordentlichen Professor der Rechte in Halle. 1716 erhielt er zudem den Titel des Hofrats. 1721 bat er den preußischen König um seine Entlassung. Er habe sich „durch das viele Sitzen schon vor dreyen Jahren eine Kranckheit zugezogen" (Entlassungsgesuch, GStA PK). Er habe schon im vorherigen Jahr eine Kur angetreten, in dieser Zeit konnte er aber kein Geld verdienen. Also bittet er nun um seine Dimission, damit er sich in der Nähe der Kur einen Verdienst suchen kann. Möglicherweise stellte die Berufung als ordentlicher Professor, geheimer Rat und Vizekanzler der Universität Gießen eine solche Alternative dar. Jedenfalls wechselte er Ende des Jahres 1721 dorthin, wo er jedoch bereits nach zwei Jahren verstarb.

Ludovici war mit Maria Elisabeth Cellarius verheiratet, der Tochter des halleschen Professors Christoph Cellarius (1638-1707). Das Bürgerrecht erlangte er im Februar 1704.

Quellen: Förster, S. 240f.; GStA PK I. HA Rep. 52 Herzogtum Magdeburg Nr. 159 N 3b Professores Juridica, Bd. 2 (1720-1733); Jöcher, Christian Gottlieb/Adelung, Johann Christoph/Rotermund, Heinrich Wilhelm: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, darinnen die Gelehrten aller Stände. Bd. 4, Leipzig 1813, S. 64-70; MV Halle I, S. 275; www.koeblergerhard.de; UAHW Rep 3, Nr. 240 Bestallung und Besoldung der Professoren der Juristischen Fakultät, Bd. 1 (1692-1730).

Autorin: JS

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