Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Paul Menzer

geboren: 3. März 1873 Berlin
gestorben: 21. Mai 1960 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Oberpostsekretär

Paul Menzer

Die Reifeprüfung legte Menzer 1891 in Berlin ab. 1891/92 leistete er Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger, von 1892 bis 1896 studierte er Germanistik und Philosophie an den Universitäten Berlin, Straßburg und wieder Berlin. Dort promovierte er 1897 zum Dr. phil. Von 1897 bis 1915 war er Sekretär der Kant-Ausgabe der Berliner Akademie der Wissenschaften. 1900 habilitierte sich Menzer an der Universität Berlin, 1906 wurde er an der Universität Marburg zum außerordentlichen Professor ernannt. 1908 nahm er den Ruf auf die ordentliche Professur für Philosophie an der Universität Halle an. 1919 war er Mitglied der Einwohnerwehr Halle-Nord gegen den, so Menzer, »Kommunistenaufruhr in Mitteldeutschland«. In der Folgezeit entfaltete Menzer eine weitreichende soziale Tätigkeit, u. a. rief er eine Studentenhilfe ins Leben und sorgte für den Umbau der »Tulpe« zum Studentenhaus. Durch die nationalsozialistischen Studenten wurde er 1933 zur Aufgabe des Vorsitzes des hallischen Studentenwerkes genötigt. Auch in seiner wissenschaftlichen Arbeit erfuhr er Zurücksetzungen, so verlor er 1933 den Vorsitz der Kant-Gesellschaft. Nach Erreichen der Altersgrenze wurde Menzer im März 1938 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Da sämtliche Kollegen im Sommer 1945 ausfielen übernahm Menzer nach der Wiedereröffnung der Universität erneut die Philosophievorlesungen. 1948 bat er – nach Krawallen der SED-geführten Studentenschaft – um seine Emeritierung.

Organisationen: 1934 Eintritt in die NSV.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 11326 (Menzer); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407.

Bild: UAHW

Autor: HE

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