Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Wilhelm Messerschmidt

geboren:06. März 1906 Luckenwalde
gestorben:25. Oktober 1975
Konfession:-
Vater:Reichbahnoberinspektor

Wilhelm Messerschmidt

Wilhelm Messerschmidt wurde am 06.03.1906 als Sohn eines Reichbahnoberinspektors in Luckenwalde geboren. Er besuchte die Schule in Halle und machte 1926 sein Abitur in Sangerhausen. Von 1926-33 studierte er Physik, Chemie und Mathematik in Halle, Wien und München. 1931 trat er eine Assistentenstelle am Institut für experimentelle Physik an der Universität Halle an. Dort promovierte er 1933 und habilitierte sich nach weiterer Arbeit als Assistent 1936 mit einer Arbeit zum Thema „Untersuchungen zur Ionisation durch Ultrastrahlungen“. Er verließ 1936 zunächst den universitären Betrieb und arbeitete als Gruppenleiter bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof.

Bei Kriegsausbruch wurde er vom Reichsluftfahrtministerium als Referent dienstverpflichtet. Ab Juli 1945 nahm er wieder eine Assistentenstelle am Institut für experimentelle Physik in Halle an. Er lehrte zunächst als Dozent und erhielt 1947 eine Professur mit Lehrauftrag. 1949 wurde er zum Direktor des Institus für experimentelle Physik und 1952 Professor mit Lehrstuhl. Seit 1953 war er Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. 1968 wurde er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig emeritiert.

In Halle setzte er sich als Professor für Studierende ein, die aus politischen Gründen verfolgt worden sind.

Er heiratete 1936 Margot, geb. Lange, und hatte mit ihr drei Kinder.

Er starb am 25. Oktober 1975.

Organisationen: Er war von November 1933 bis Dezember 1936 Mitglied der SA, 1936-1942 der DAF, von 1937 bis 1944 des NSV und von 1946-1952 Mitglied des FDGB.

Wilhelm Messerschmidt wurde am 3. März 1958 in die Leopoldina gewählt, von 1960 bis 1967 war er als Sekretär der Naturwissenschaftlichen Abteilung Mitglied des Präsidiums.

Quellen: UA Halle-Wittenberg, Rep.11/PA 25990

Auswahl weiterer Literatur: Rupieper, Hermann-Josef (Hg.): „… und das Wichtigste ist doch die Einheit.“ Der 17. Juni 1953 in den Bezirken Halle und Magdeburg; Münster u.a. 2003, S. 241, 243ff., 276ff.

Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, 405-409 passim

Zeitzeugnisse, S. 8

Bild: Prof. Dr. Ulrich Messerschmidt

Autor: AK

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