Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Johann Heinrich Michaelis

geboren:26. Juli 1668 Klettenberg (Gfs. Hohnstein, Südharz)
gestorben:10. März 1738 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:Johann Valentin Michaelis, Gutspächter in Klettenberg

Johann Heinrich Michaelis

Zunächst wurde Michaelis von Privatlehrern unterrichtet. Als die Familie nach Ellrich umzog, besuchte er ab 1779 die dortige Schule. Von seinem Vater zum Kaufmann bestimmt, begann er 1683 in Braunschweig eine Händlerlehre, beendete diese allerdings nicht. Nach längerer Krankheit durfte er die Lateinschule in Nordhausen besuchen und schrieb sich 1688 zum Theologiestudium in Leipzig ein. Vor allem für die alten Sprachen begeisterte er sich und studierte diese intensiv.

Am 28. April 1692 wechselte er an die neugegründete Universität Halle, um hier vor allem unter August Hermann Francke (1663-1727) und Joachim Justus Breithaupt (1658-1732) zu studieren. Er schloss 1694 sein Studium mit einer Magisterarbeit über die hebräische Sprache ab. Seither hielt er Vorlesungen als Privatdozent und fand hier regen Zulauf.

Seine orientalischen Sprachkenntnisse konnte er durch den Kontakt zu Hiob Ludolf (1624-1704) erweitern. Der berühmte Orientalist und Begründer der Äthiopistik lud Michaelis nach Frankfurt am Main ein, um gemeinsam Editionen und Lexika herauszugeben. Dort erreichte ihn der Ruf als ordentlicher Professor der Universität Halle vom 16. September 1699. Er kehrte nach Halle zurück und übernahm zudem 1707 die Leitung der Universitätsbibliothek. Am 15. August 1709 gelang ihm der Aufstieg in die Theologische Fakultät: Michaelis erhielt den Ruf als ordentlicher Theologieprofessor, nachdem Breithaupt Abt des Klosters Berge bei Magdeburg geworden war und zu diesem Zweck oft für längere Zeit keine Vorlesungen anbieten konnte.

Michaelis gehörte zu den engsten Vertrauten Franckes und baute gemeinsam mit ihm das Collegium orientale theologicum auf. Damit gehört er auch zu den Vätern des halleschen Pietismus, wenn auch der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ein Leben lang auf dem Alten Testament lag.

1717 wurde ihm anlässlich der Luther-Feierlichkeiten die theologische Doktorwürde ehrenhalber verliehen.

Michaelis war seit 1706 mit Eleonore Kupitz verheiratet. Sie war die Tochter eines Stadtrichters aus Sorau und bereits in erster Ehe mit dem evangelischen Theologen Johann Georg Böse (1662-1700) verheiratet. Sie verstarb bereits 1711. Das Paar hatte zwei Kinder, die jedoch das Erwachsenenalter nicht erreichten. In zweiter Ehe war Michaelis mit Dorothea Rosine Hennigs verheiratet. Auch sie war die Tochter eines praktischen Juristen. Der Sohn aus dieser Ehe, Justus Konrad, wurde preußischer Hofrat und Ratsmann in Halle. 1719 erlangte Michaelis das hallesche Bürgerrecht.

Bild: Zentrale Kustodie, Universität Halle

Quellen: ADB, Bd. 21, Leipzig 1885, S. 681ff.; Dreyhaupt, S. 672f.; Erler, Georg: Die Matrikel der Universität Leipzig 1409-1599, Bd. 2 (1634-1709), Leipzig 1897, S. 291; Förster, S. 245f.; MV Halle Bd. 1, S. 46; Stephan, Christian: Die stumme Fakultät. Biographische Beiträge zur Geschichte der Theologischen Fakultät der Universität Halle, Dössel 2005, S. 45-49; UAHW Rep 3, Nr. 239 Ernennung der Adjunkten, außerordentlichen und ordentlichen Professoren bei der Theologischen Fakultät (1691 - 1786); Zedler, Bd. 21, Leipzig 1739, S. 52ff.

Autorin: JS

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