Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Johann Karl Simon Morgenstern

geboren:28. August 1770 Magdeburg
gestorben:15. September 1852 Dorpat
Konfession:evangelisch
Vater:Friedrich Simon Morgenstern (geb. 1727), Stadtphysikus in Magdeburg

Johann Karl Simon Morgenstern

Karl Morgenstern besuchte zunächst die Küsterschule, die am Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg angesiedelt war. Von dieser Elementarschule wechselte er 1780 an die dortige Domschule. Am 24. April 1788 schrieb er sich zum Philosophiestudium an der Universität Halle ein. Vor allem unter Johann August Eberhard (1739-1809) hörte er die philosophischen Fächer. Die philologischen Fächer hörte er vor allem unter Friedrich August Wolf (1759-1824). 1794 schloss er das Studium mit der Promotion ab.

Anschließend war er als Privatdozent an der Universität tätig. Am 27. Januar 1797 erfolgte seine Berufung als außerordentlicher Professor der Philosophischen Fakultät.

Bereits im darauffolgenden Jahr wechselte er als Professor der Poesie und Beredsamkeit an das Akademische Gymnasium in Danzig. 1802 erhielt er einen Ruf als Professor der Ästhetik und der Klassischen Philologie an die Universität Dorpat. Diesen Lehrstuhl hatte Morgenstern bis 1832 inne. Anschließend leitete er bis 1839 die dortige Universitätsbibliothek. Zudem war Morgenstern mehrere Jahre Leiter des Allgemeinen Lehrerinstituts und Mitdirektor des Pädagogisch-Philologischen Seminars an der Universität Dorpat.

Morgenstern machte sich in seiner Hallenser Zeit einen Namen durch seine Publikationen und Auslegungen des Platon. Zudem prägte er den Begriff des Bildungsromans, der bald Einzug in die französische und die englische Sprache fand. Morgenstern hob den Bildungsroman als die höchste Form des Romans hervor.

Organisationen:

1798 Mitglied der Loge „Zu den drei Degen“ Halle

1826 Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften St. Petersburg

Korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft der Wissenschaften Göttingen

Ehrenmitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften Erfurt

Ehrenmitglied der Lateinischen Gesellschaft Jena

Quellen: ADB, Bd. 22, Leipzig 1885, S. 231ff.; Förster, S. 246f.; StAH FA, Nr. 1686; UAHW Matrikelverzeichnis nach 1744, Bd. 2, Bl. 221; UAHW Rep 2, Nr. 249, Ernennung der ordentlichen und außerordentlichen Professoren der Philosophischen Fakultät (1766-1798).

Autorin: JS

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