Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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August Müller

geboren: 9. Januar 1889 Kückebusch Kreis Calau
gestorben: 9. Oktober 1945 Halle (Selbsttötung)
Konfession: evangelisch
Vater: Rittergutsbesitzer

August Müller

Müller besuchte Schulen in Hannover, Berlin und Eilenburg. Er arbeitete in einer Apotheke, von 1911 bis 1913 studierte er an der Universität Halle. 1913 bestand er die pharmazeutische Staatsprüfung, 1914 erhielt er die Approbation als Apotheker. Bis 1923 als Apotheker tätig, legte er 1924 das Abitur an der Oberrealschule Halle ab und nahm ein Studium der Chemie auf. 1926 legte er das Verbandsexamen, 1927 die Staatsprüfung für Lebensmittelchemiker ab. Von 1928 bis 1933 war Müller Assistent im Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie der Universität Halle, 1932 habilitierte sich Müller für pharmazeutische und Nahrungsmittelchemie. Von 1932 bis 1934 hatte er eine Assistentenstelle am Institut für Angewandte Chemie an der Universität Erlangen inne. 1933 habilitierte er sich nach Erlangen um. 1934 wurde er Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Drogengroßhandlung Caesar & Loretz in Halle und habilitierte sich wieder nach Halle um. Ab 1935 leitete er das Nahrungsmitteluntersuchungsamt beim Hygienischen Institut der Universität Halle, nach Überführung des Amtes in die Trägerschaft der Stadt 1939 war er Abteilungsleiter beim Städtischen Untersuchungsamt Halle. Nach einigem Hin und Her, die Pharmazie wurde inzwischen abgewickelt, ernannte ihn das Wissenschaftsministerium 1939 zum Dozenten für Nahrungsmittelchemie. Zunächst uk. gestellt, diente Müller im Winter 1944/45 im Volkssturm. Am 31. August 1945 wurde die Ernennung zum Dozenten auf Grund des »politischen Verhaltens« widerrufen und Müller aus dem Dienst der Stadt entlassen. Nachdem das von ihm selbst erbaute Eigenheim durch einen kommunistischen Polizeioffizier beschlagnahmt wurde, tötete sich Müller gemeinsam mit seiner Ehefrau selbst. In seinem Abschiedsbrief an die Universität schrieb er: »Ohne Heim, ohne Existenz hat das Leben für uns seinen Sinn verloren.«

Organisationen: 1919 bis 1924 DNVP, Eintritt in die NSDAP am 1. Mai 1932 (Mitglied Nr. 1 154 365), 1933 NSLB, 1934 NSV, NSBDT, 1936 NSDDB (Referent für Nachwuchsförderung), Reichskolonialbund.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 11642 (A. Müller); Gahl.

Bild: UAHW

Autor: HE

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