Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ulrich Noack

geboren: 2. Juni 1899 Darmstadt
gestorben: 14. November 1974 Würzburg
Konfession: evangelisch
Vater: Archäologe, Universitätsprofessor

Ulrich Noack

Noack besuchte Schulen in Tübingen und der Schweiz, die Abiturprüfung legte er 1919 in Davos ab. Er studierte Geschichte und Philosophie an den Universitäten Berlin, Göttingen und München. Hier promovierte er 1925 zum Dr. phil. Danach reiste Noack zu Studienzwecken nach Italien, England und mehrfach nach Skandinavien. 1929 habilitierte er sich an der Universität Frankfurt. Nach 1933 mehrfach in universitäre bzw. politische Konflikte verwickelt, vertrat er 1937/38 den Lehrstuhl für Mittlere und neuere Geschichte in Halle. Da Noack lediglich Handbuchwissen vortrug und Martin Lintzel ein ungünstiges Urteil über Noack abgab (»im Stoff völlig versandet«) kehrte er an die Universität Frankfurt zurück, wurde jedoch rasch an die Universität Greifswald als Dozent für nordische Geschichte versetzt. Obwohl Noack der Bekennenden Kirche angehörte, biederte er sich bei den NS-Behörden an. In den Dozentenfragebogen trug er beim Punkt »politische Betätigung« ein: »Eintreten für das Lebensrecht des Dritten Reiches seit 1935 auch für den kolonialen Anspruch«, »Veröffentlichungen zur Rechtfertigung des völk.[ischen] Reichsgedankens u. der neuen europ. Ordnung durch den Nationalsozialismus und Faschismus«. Im Auftrag des Auswärtigen Amtes beschaffte Noack, der mit einer Norwegerin verheiratet war, Informationen in Norwegen und bemühte sich um die Vermittlung deutscher Kultur in Skandinavien. 1946 erhielt Noack einen Ruf auf ein Ordinariat für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Würzburg, wo er 1964 emeritiert wurde. 1946 in Greifswald der CDU beigetreten, gründete er 1948 den »Nauheimer Kreis« der sich für die Neutralisierung eines wiedervereinigten Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Finnlands einsetzte und gegen die geplante Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland eintrat. 1951 aus der CSU ausgeschlossen, gründete er die Gruppe »Freie Mitte«. Von 1956 bis 1960 war er Mitglied der FDP, danach näherte er sich der SPD an. Für seine Ideen warb er auch an den Universitäten der DDR und wurde konsequenterweise von der SED instrumentalisiert.

Organisationen: 1936 Nordische Gesellschaft; ab dem 1. Januar 1939 war Noack Anwärter der NSDAP; nach 1945 CDU, CSU, FDP

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 12034 (Noack); BA R 4901/13272; DBE 7, S. 428.

Autor: HE

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