Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Fritz Noll

geboren: 27. August 1858 Frankfurt am Main
gestorben: 19. Juni 1908 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Gymnasiallehrer

Fritz Noll

Die Reifeprüfung legte Noll 1878 an der Musterschule (Realgymnasium) in Frankfurt am Main ab. Er studierte in Würzburg, Marburg und Heidelberg Naturwissenschaften besonders Zoologie, Mineralogie, Chemie, Physik und Philosophie, später verstärkt Botanik. 1882 legte er die Lehramtsprüfung ab und promovierte im Dezember 1882 an der Universität Marburg mit der Dissertation »Entwicklungsgeschichte der Veronica-Blüte« zum Dr. phil. Danach trat er eine Assistentenstelle an der Universität Heidelberg an, 1887 wurde Noll Assistent des Pioniers der Pflanzenphysiologie Julius Sachs an der Universität Würzburg. 1887 habilitierte er sich an der Universität Würzburg mit der Schrift »Experimentelle Untersuchungen über das Wachstum der Zellmembran«. 1889 wurde er zum etatsmäßigen Professor für Botanik an der landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf berufen, zugleich lehrte er als außerordentlicher Professor an der Universität Bonn. 1907 nahm er den Ruf auf das Ordinariat für Botanik an der Universität Halle an. Im Berufsvorschlag wurde knapp auf Nolls praktische Arbeiten zur Pflanzenkultur, speziell zur Gurkenbefruchtung, über Pfropfbastarde und zum Weinbau eingegangen. Ausführlich gewürdigt wurden seine Arbeiten zur Pflanzenphysiologie, insbesondere zu den Krümmungsbewegungen der Blüten, Stengel und Wurzeln. Umstritten, aber anregend seien Nolls, so der Berufungsvorschlag der Fakultät weiter, »geistreichen Spekulationen« in einem kleinen Werk über heterogene Induktion. Er starb, wie es in der Traueranzeige heißt, »nach kurzem Krankenlager«.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 12042 (Noll); Dissertation.

Autor: HE

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