Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Alfred Pernice

geboren: 18. August 1841 Halle
gestorben: 23. September 1901 Berlin
Konfession: evangelisch
Vater: Universitätsprofessor und -kurator Ludwig Pernice

Alfred Pernice

Der aus einem italienischen, im 18. Jahrhundert nach Deutschland eingewanderten Adelsgeschlecht stammende Pernice legte 1857 die Reifeprüfung ab. Er studierte Philologie und Rechtswissenschaften an den Universitäten Göttingen und Tübingen. In Halle promovierte er 1862 zum Dr. phil. und 1863 mit der Dissertation (»De ratione quae inter praetorem et iudicem intercedit observatinculae«) zum Dr. jur. Den juristischen Vorbereitungsdienst absolvierte er in Greifswald. 1866 nahm er am preußisch-österreichischen Krieg teil und wurde schwer verwundet. 1867 habilitierte sich Pernice an der Universität Halle mit der Schrift »Bemerkungen zur lex Aquilia« für die Fächer römisches Recht und Strafrecht. 1870 wurde er zum außerordentlichen Professor und 1871 zum ordentlichen Professor für Strafrecht ernannt. 1872 nahm er einen Ruf an die Universität Greifswald an, den nach Breslau lehnte er ab. 1877 wechselte er als Römischrechtler erneut an die Universität Halle, 1881 an die Universität Berlin.
Pernices Interesse galt vor allem der Rechtsgeschichte. Als Hauptwerk des streng philologisch arbeitenden Pernice gilt die, unvollendet gebliebene, Darstellung des Römischen Privatrechts im 1. Jahrhundert (»Labeo«, 5 Teile, 1873–1900, Neudruck 1963). In der Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, deren Redaktionskollegium er angehörte, veröffentlichte Pernice mehr als ein Dutzend Aufsätze zum römischen Recht.

Quellen: NDB Band 20, S. 194 f.; Schriften; Jelowik, Tradition und Fortschritt, S. 83

Autor: HE

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