Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Willy Peyer

geboren: 8. Dezember 1882 Carlshof bei Gusow (Kreis Lebus)
gestorben: 1947 Mühlhausen (Thüringen)
Konfession: nicht ermittelt
Vater: Landwirt

Willy Peyer

Zunächst wurde Peyer zu Hause unterrichtet, danach besuchte er das Realgymnasium Frantfurt/Oder. Er absolvierte eine Ausbildung zum Apotheker in Potsdam, Wüstewaltersdorf unter der Eule und Berga an der Elster und bestand 1904 die pharmazeutische Vorprüfung. Nach eineinhalbjähriger Tätigkeit in Dresdener Apotheken leistete er 1905/06 Militärdienst als Einjährig Freiwilliger in einem Jägerbataillon. 1906 bezog er die Universität Jena, neben seinen fachwissenschaftlichen Studien belegte Peyer auch Kunstgeschichte und Philosophie. 1908 bestand er die pharmazeutische Staatsprüfung und widmete sich nun dem Studium der Naturwissenschaften, speziell der Botanik, Physiologie, Chemie und Geologie. Zugleich arbeitete er in verschiedenen Apotheken. 1911 promovierte er in Jena mit einer Dissertation über die chemischen Schutzstoffe der Pflanzen. 1912 schrieb er sich an der Universität Berlin ein und legte die Prüfung als Nahrungsmittelchemiker ab. Fortan in der Industrie tätig, nahm er 1923 eine Stellung in der hallischen Firma Caesar & Loretz an. Hier leitete er das wissenschaftliche Labor. 1930 reichte er seine Habilitationsschrift an der Universität Halle ein »Die Drogen des Ergänzungsbuches 5 zum Deutschen AB VI in ihrer Pulverform«, die sich auch mit der Untersuchung und Prüfung von sogenannten Spezialitäten und Geheimmitteln befasste. Die Vertreter für Botanik und Pharmakognosie zweifelten sowohl den Sinn der Arbeit als auch Peyers Fachkenntnis an und stellten außerdem ignoranterweise die Frage, ob eine Habilitation für das Fach Pharmazie überhaupt von Nöten sei. Dieses Fach sei schließlich durch die Chemie hinreichend abgedeckt. Die Venia legendi wurde schließlich 1931 für das Fach Pharmazie unter besonderer Berücksichtigung der galenischen Pharmazie erteilt. Unter diesen Bedingungen hielt es Peyer nicht lange in Halle, 1932 habilitierte er sich an die Universität Breslau um, da er dort die Stelle eines Oberassistenten am pharmazeutischen Institut antreten konnte. 1938 wurde er zum außerordentlichen Professor, 1939 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Neben seinen Studien über die zweifelhaften »Geheimmittel« der Zunft veröffentlichte Peyer ein botanisches Repetitorium und ein Buch über die analytische Praxis. Mehrere Auflagen erreichte sein Buch über pflanzliche Heilmittel.

Organisationen: 1920 bis 1927 Mitglied in Deutsch-völkischen Turnvereinen; 1933 Eintritt in den Stahlhelm, überführt in die SA-Reserve I

Quellen: Dissertation; Brita Gahl, Die Entwicklung der Pharmazie an der Universität Halle zwischen 1838 und 1938 - ein Beitrag zu ihrer Institutionalisierung als pharmazeutisches Hochschulfach, Diss. rer. nat., Halle 1991, S. 141; BA R 4901/13273

Autor: HE

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