Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Richard Pischel

geboren: 18. Januar 1849 Breslau
gestorben: 26. Dezember 1908 Madras (Indien)
Konfession: evangelisch
Vater: nicht ermittelt

Richard Pischel

Seine Studien schloss Pischel 1870 an der Universität Breslau mit der Dissertation »De Kalidasae Sakuntali recensionibus« ab. Er nahm am deutsch-französischen Krieg 1870/71 teil und kehrte an die Universität Breslau zurück. 1874 habilitierte er sich mit der Schrift »De grammaticis Pracriticis«. 1875 wurde Pischel als außerordentlicher Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachforschung an die Universität Kiel berufen. Seit 1876 war er Geschäftsführer und Bibliothekar der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, 1877 wurde er zum Ordinarius ernannt. 1885 nahm er den Ruf auf den neugegründeten Lehrstuhl für Sanskrit und vergleichende Sprachforschung an der Universität Halle an. Mehrfach vertrat Pischel die Philosophische Fakultät im Senat, 1901/02 war er Rektor der Universität. 1902 wechselte er an die Universität Berlin auf ein Ordinariat für indogermanische Philologie. Zu Pischels bedeutendsten Werken gehörten seine gemeinsam mit Karl Friedrich Geldner verfassten »Vedischen Studien« (1889-1901). Seine »Grammatik der Prakrit-Sprachen« (1877, Neuauflage 1900) wurde von der Pariser Akademie ausgezeichnet. 1906 veröffentlichte er eine Studie über »Leben und Lehre des Buddha« (Neuauflagen 1910, 1927 und 1982). Außerdem veröffentlichte er mehrere Arbeiten zur indischen Volkskunde, ein Elementarbuch des Sanskrit (19. Auflage 2003)und eine Studie zur Kenntnis der deutschen Zigeuner (1894). Pischel, der verschiedener Akademien und Gesellschaften u. a. der Royal Asiatic Society London, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, des Institut de France und der Kaiserlich Russischen Akademie der Wissenschaften angehörte, erkrankte während einer Reise zur Universität Kalkutta und starb im Generalhospital Madras.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 12484 (Pischel); Mühlpfordt/Schenk, Spirituskreis, S. 91 f.; Volbehr/Weyl, Kiel, S. 176; Dissertation ohne Lebenslauf.

Autor: HE

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