Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Karl (Charles) Polenske

geboren: 16. April 1881 Brooklyn (New York)
gestorben: nicht ermitelt
Konfession: evangelisch
Vater: Beamter

Karl (Charles) Polenske

Die ersten Lebensjahre verbrachte Polenske in den USA. Da der Vater eine Stelle als Kaiserlicher Rat im Reichsgesundheitsamt antrat, besuchte er Gymnasien in Berlin. Reifeprüfung legte Polenske 1899 am Luisengymnasium in Berlin ab. Er studierte in Marburg, München und Berlin Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Philosophie. 1903 legte er die erste juristische Staatsprüfung ab und trat eine Referendarstelle an. 1904 promovierte Polenske an der Universität Berlin zum Dr. jur. 1904/05 diente er als Einjährig Freiwilliger, wurde jedoch nach einer Blinddarmoperation ausgemustert. Er absolvierte den juristischen Vorbereitungsdienst und arbeitete als Repetitor. 1909 legte er zweite juristische Prüfung ab und wurde Gerichtsassessor am Amtsgericht Berlin-Lichtenberg. 1910 habilitierte sich Polenske an der Universität Halle für die Fächer römisches und bürgerliches Recht, seine Antrittsvorlesung hielt er über »Zwei Probleme des Eigentumsrechts«. 1911 erhielt er einen dotierten Lehrauftrag für Gewerberecht am Polytechnikum Köthen. 1912 wurde er Lehrbeauftragter der Universität Halle für Verwaltungsrecht. Ab 1914 vertrat Polenske einen Lehrstuhl an der Universität Greifswald, 1915 erhielt er das Prädikat Professor. 1915 wurde er zum Heeresdienst einberufen und diente kurze Zeit als Unteroffizier in der Etappe. Seit 1916 war Polenske wieder in Greifswald und habilitierte sich um. Polenske, der sich schon vor dem Krieg in Adolf Damaschkes Bodenreformbewegung engagierte, wurde 1919 von der Saale-Zeitung als »Bolschewist« geoutet. Denn Polenske amtierte für 10 Tage als Finanzbeirat der Räteregierung in München, wurde jedoch von Kommunisten verdrängt. Er kehrte nach Pommern zurück, wo er angeblich für die Räterepublik agitierte. Zwei Tage später korrigierte sich die Zeitung und druckte eine Leserzuschrift ab. Polenske stünde auf dem Boden der von Silvio Gesell gegründeten Freiland-Freigeldlehre. Polenske, der vorübergehend der USPD angehörte, überwarf sich später mit Gesell wegen dessen Ablehnung der Bodenreformbewegung. Später schloss er sich der NSDAP an, da er Gottfried Feders Programm »zur Brechung der Zinsknecht« begrüßte. In der NSDAP soll er Amtswalter gewesen sein. Weiteres konnte bisher nicht ermittelt werden.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 12564 (Polenske); www.subventionsberater.de/marktlex/geselli.html

Autor: HE

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