Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Abendroth, Horst

geboren:25. November 1929 in Brachstedt bei Halle
  
  
  

Abendroth, Horst

Kurzbiographie: *25. November 1929 in Brachstedt bei Halle. Abitur in Halle, Student der Pädagogik an der Universität Halle Nr. 2620. Tag der Einschreibung 1. Oktober 1948, Studienfach: Erdkunde und Sport, Tag und Art des Abgangs „14.12.51 gestrichen Az. 3084 Nicht-Rückmeldung W.S. 1951/52“ Er wurde am 26. Juli 1951 beim Volleyball-Training in Leipzig verhaftet und am 22. Juni 1952 von der 1. Großen Strafkammer des LG Greifswald zu 8 Jahren Zuchthaus nach Art. 6 und KD 38 Abschn. 2, Art. III A III (als Mitglied des ‘Widerstandskreis der Jugend der Sowjetzone’) verurteilt.1 Er befand sich in der zentralen U-Haftanstalt des Staatssicherheitsdienstes in Berlin-Hohenschönhausen und in den StVA Bützow-Dreibergen, Waldheim und Luckau. Entlassen wurde er am 3. September 1956. Wenige Tage nach der Haftentlassung, sobald ihm sein Personalausweis ausgehändigt wurde, floh er über West-Berlin in die Bundesrepublik. Gemeinsam mit Felicitas Hensel, die er heiratete, ging er nach Remscheid. Zunächst absolvierte er ein 2-semestriges Ergänzungsstudium an der Pädagogischen Akademie in Wuppertal. Anschließend war er als Lehrer an einer Grundschule in Remscheid tätig. Er hatte mit seiner Frau Felicitas zwei Söhne. Seine Frau litt sehr unter den Folgen der Haft und starb am 26. Februar 1984. Horst Abendroth wurde 1993 als Rektor pensioniert. Seine Rehabilitation erfolgte im Oktober 1959 durch den damaligen Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Düsseldorf, dem späteren Generalbundesanwalt Dr. Rebmann, der am 28.Oktober 1959 auf seinen Antrag hin die Unzulässigkeit des Urteils und dessen Vollstreckung feststellte.

Quelle: Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, S. 625

Autor: AK

Zum Seitenanfang