Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Böhme, Kurt, Dr. phil.

geboren:28. Februar 1907 in Zschöllau/Sachsen
gestorben:27. März 1951 in Moskau
  
  

Böhme, Kurt, Dr. phil.

Kurzbiographie: * 28. Februar 1907 in Zschöllau/Sachsen, + 27. März 1951 in Moskau. Dozent der Pädagogik an der Universität Halle. Der verheiratete Vater eines Kindes war seit 1930 Mitglied der SPD. Vor dem Krieg arbeitete er als Aushilfslehrer in Leipzig und als Lehrer an der Oberschule für Jungen in Merseburg. Ab 1943 diente er als Oberfeldwebel des Sanitätsdienstes in der Wehrmacht und wurde mit dem EK I ausgezeichnet. Nach Kriegsende war er Dozent für Pädagogik an der Universität Halle und Lehrer an einem Gymnasium in Merseburg. Er wurde Anfang August 1950 während eines Familienurlaubs in Finsterberge durch das MfS zusammen mit 5 anderen Personen verhaftet und am 26. Dezember 1950 vom SMT Nr. 48240 wegen angeblicher Spionage für die Amerikaner und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation zum Tode durch Erschießen verurteilt. Er befand sich bis zum Januar 1951 im NKWD-Gefängnis Dresden, später in Berlin Lichtenberg. Er wurde in die SU gebracht. Das Präsidium des Obersten Sowjets lehnte sein Gnadengesuch am 30. März 1951 ab. Er soll am 27. März 1951 im Haftkrankenhaus des Moskauer Gefängnisses Butyrka verstorben sein. Er wurde am 30. Juni 1995 rehabilitiert. Im Universitätsarchiv Halle gibt es keine Spuren von ihm.

Quellen: Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, S. 630

Autor: AK

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