Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Boetzel, Klaus Eberhard Hermann

geboren:23. August 1920 in Breslau/Schlesien
  
  
  

Boetzel, Klaus Eberhard Hermann

bzw. Claus-Eberhard, Dr. med.

Kurzbiographie: * 23. August 1920 in Breslau/Schlesien. 1938 bis 1944 studierte er Medizin in Breslau und Berlin, wurde in Breslau bei Prof. Gottron und Prof. Schmitz promoviert. (Schmitz hatte in der SBZ das dort nicht erhältliche Neosalvarsan durch das chemisch identische Arsoluin ersetzt.) 1940 wurde er zeitweise zum Kriegsdienst eingezogen. 1946 bis 1948 war er Assistenzarzt an der Universitätshautklinik Halle, zunächst als bezahlter Volontärassistent, dann, ab Januar 1948, hatte er eine planmäßige Assistentenstelle. Er wurde am 8. Oktober 1948 durch die NKWD-Abteilung der SMAD verhaftet und am 29. April 1949 vom SMT Halle Aktenzeichen 6418 wegen angeblicher Spionage und antisowjetischer Propaganda (laut Strafnachricht: Straftat: Untergrundorganisation SPD) zu 25 Jahren Zwangsarbeitslager (später auf 12 Jahre vermindert) verurteilt. Er befand sich in den StVA Halle ‚Roter Ochse’ und Bautzen. Von 1949 bis zum 1. Juni 1956 war er als Häftlingsarzt im Haftkrankenhaus Bautzen tätig. Entlassen wurde er am 1. Juni 1956 („Gnadenerweis“) „nach Karlsruhe“. 1957 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Von 1957 bis 1963 war er medizinischer Gutachter von Versorgungsbehörden, und Amtsarzt und Leiter eines Gesundheitsamtes im Kreis Darmstadt. Bis zum 82. Lebensjahr hat er als medizinischer Sachverständiger bei Gerichten und als Gutachter für KZ- und GULAG-Geschädigte ca. 30 000 Gutachten erstellt. Er wurde am 20. September 1994 rehabilitiert.

Quellen: Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, S. 630

Autor: AK

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