Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Engler, Randolf

geboren:12. Juni 1946 in Merseburg
  
  
  

Engler, Randolf

*12. Juni 1946 in Merseburg. Randolf Engler nahm 1965 ein Mathematikstudium an der Universität Halle auf. Während des Prager Frühling in der ČSSR war er Mitglied der von Horst Friedow (Link) geleiteten FDJ-Gruppe  Mathematik (Diplom) IV. Bei Diskussionen in der FDJ-Gruppe im Wintersemester 1968/69 übte er, wie einige andere, aus Sympathie mit dem ‘Sozialismus mit menschlichem Antlitz’ eindeutige Kritik am Einmarsch in die ČSSR. Dies führte zu einigen “Aussprachen” mit den Mitgliedern der Gruppe, unter anderem vor der FDJ-Kreisleitung, und schließlich im Dezember 1968 zur zunächst unbefristeten Exmatrikulation von Engler, Friedow und Rolf Schmidt. Ein Angebot als Sektionsgehilfe im Anatomischen Institut zu arbeiten, nahm Herr Engler nicht an, da ihm von universitären Stellen mitgeteilt wurde, dass dies seine Hoffnungen auf eine spätere Wiederaufnahme des Studiums zunichte gemacht hätte. Er musste stattdessen eine Arbeitsstelle in den Leuna-Werken annehmen. Nach dem Wehrdienst konnte er sein Studium zum Wintersemester 1970/71 wiederaufnehmen und 1972 abschließen. 

Anschließend trafen ihn erhebliche berufliche Repressionen. Als Glücksfall erwies sich ein Angebot an seine Frau, als Mathematikdozentin an der Hochschule für Landwirtschaft Bernburg zu arbeiten. Bei den Anstellungsgesprächen stellte sie die Bedingung, dass auch ihr Mann angestellt werden müsse, und so kam er ins Rechenzentrum der Hochschule. Dort wurde er, nachdem er anfangs keine seiner Qualifikationen entsprechende Aufgabe erhalten hatte, Arbeitsgruppenleiter und in der Wendezeit stellvertretender Leiter. Nach der Gründung der Hochschule Anhalt 1991 wurde er Leiter des dortigen Zentrums für Informations- und Kommunikationstechnologie, eine Stellung, die er bis zu seinem Ruhestand 2011 innehatte. 

Quellen: UAHW, Rep. 7, Nr. 1570 u. Rep. 12, SA 28980 (Engler).

Autor: AK

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