Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Nöhricke, Heinz

geboren:26. Januar 1919 in Sarstedt, Kreis Hildesheim
gestorben:2009
  
  

Nöhricke, Heinz

Kurzbiographie: * 26. Januar 1919 in Sarstedt, Kreis Hildesheim. 2009 verstorben. Medizinstudent an der MLU. Er besuchte Grundschule und Gymnasium in Eisleben. Ab 1940 und dann wieder ab 1946 Student der Medizin an der Universität Halle. Am 24. Mai 1946 gemeinsam mit vier früheren Schulkameraden in Eisleben verhaftet und am 7. März 1947 vom SMT Halle mit dem Az 112605 nach §§ 58,2 und 11 wegen antisowjetischer Propaganda und reaktionärer Studentengruppenbildung bzw. wegen „Teilnahme an einer Untergrundorganisation“ zu 10 Jahren verurteilt. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder. Seit 1946 war er Mitglied der LDP. Er befand sich im Straflager Sachsenhausen, Torgau und im Haftkrankenhaus Klein-Meusdorf bei Leipzig. Die Entlassung erfolgte am 24. Mai 1956 (nach Belsen/Tübingen), und am 25. Mai 1956 traf er nach 10 Jahren Haftzeit in der Bundesrepublik Deutschland ein. Er setzte sein Medizinstudium in Tübingen fort, absolvierte hier auch seine Facharztausbildung und wurde 1958 an der Universität Tübingen mit einer Doktorarbeit promoviert, die er in Halle bei Prof. Kneise, dem Chefarzt der Urologischen Klinik bereits vollendet hatte! Von 1961 bis 1984 führte er als Dermatologe eine Facharztpraxis in Memmingen. Die Rehabilitation für die Gruppenverhaftung erfolgte am 23. September 2003 durch die Staatsanwaltschaft Moskau.

Quellen: Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, S. 658 f.

Autor: AK

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