Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ohm, Christian

geboren:12. August 1961 auf Usedom
  
  
  

Ohm, Christian

*12. August 1961 auf Usedom. Wegen fehlender Mitgliedschaft in der FDJ wurde ihm der Zugang zur Erweiterten Oberschule (EOS) verweigert, so dass er von 1978 bis 1981 eine Berufsausbildung zum Baufacharbeiter mit Abitur absolvierte. Nach dem Grundwehrdienst begann er 1983 sein Theologiestudium in Halle. Im Zusammenhang mit Befehlsverweigerungen einzelner Theologiestudenten in einem für Studierende obligatorischen Lager für „Zivilverteidigung“ 1984 und anschließender Solidarisierung weiterer Studenten wurde er 1984 zusammen mit vier weiteren Studenten exmatrikuliert, da er sich einer erneuten Teilnahme am ZV-Lager verweigerte. Nach seiner Exmatrikulation arbeitete er als Hilfspfleger in einem staatlichen Pflegeheim in Halle. Erst von 1985 an konnte er am kirchlichen Sprachenkonvikt in Berlin sein Theologiestudium (bis 1990) absolvieren. In dieser Zeit engagierte er sich in der Berliner Bürgerrechts- und Friedensbewegung, u.a. gestaltete er das „Politische Nachtgebet“ in der Paul-Gerhard-Kirche und wirkte bei den Fürbittenandachten für Inhaftierte 1988 und 1989 an der Gethsemanekirche mit. Nach seinem Examen 1990 war er von 1990 bis 1992 Vikar, nach seiner Ordination Pfarrer in Rambin auf Rügen, Krankenhausseelsorger in Bergen, anschließend seit 2009 in Altenkirchen auf Wittow. Nach einem Studium der Islamwissenschaften an der Al Azhar Universität Kairo 2001 ist Christian Ohm seit 2003 Islambeauftragter der Pommerschen Evangelischen Kirche bzw. des Sprengels Mecklenburg und Pommern.
Vom 18. bis ins 28. Lebensjahr wurde Christian Ohm vom MfS beobachtet.

Quellen: 
UAHW, Rep.14, Nr. 23.

Friedemann Stengel: Zur Rolle der Theologischen Fakultäten in der DDR 1980–1990, in: Nowak, Kurt u. Siegele-Wenschkewitz, Leonore (Hg.): Zehn Jahre danach. Die Verantwortung von Theologie und Kirche in der Gesellschaft (1989-1999), Leipzig 2000, S. 32–78, hier S. 58 u. 71f.

Autor: AK

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