Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Schneider, Werner

geboren:13. April 1951 in Magdeburg
  
  
  

Schneider, Werner

*13. April 1951 in Magdeburg. Werner Schneider begann 1969 sein Physikstudium an der Universität Halle. Bereits im Oktober 1970 wurde er exmatrikuliert, weil er sich weigerte, an der vormilitärischen Ausbildung mit der Waffe im Rahmen des Studiums teilzunehmen. Gemusterte oder gediente Bausoldaten waren ab 1970 nach der 3. Hochschulreform von einem Hochschulstudium grundsätzlich ausgeschlossen. Einige Theologiestudenten konnten nach ihrem Wehrdienst als Bausoldaten dennoch ihr Studium wieder aufnehmen. Schneider beantragte nach seiner Bausoldatenzeit eine Gleichstellung gegenüber den Theologiestudenten, jedoch konnte er erst nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit sein Studium im November 1972 wieder aufnehmen, ohne die Aussicht auf Leistungsstipendien und spätere Forschungstätigkeit. Eine Anstellung fand er nicht, wie ihm von der Akademie der Wissenschaft in Aussicht gestellt, als Physiker am Institut für Festkörperphysik und Elektronenmikroskopie, vielmehr blieb ihm eine längerfristige Anstellung als Physiker verwehrt. Ab 1977 konnte er in Leipzig eine Anstellung als Statiker beim VEB Polygraph Leipzig erhalten, für die er eigentlich eine Ausbildung als Bauingenieur benötigt hätte. Entsprechende Kenntnisse erwarb er im Selbststudium und besuchte ab 1979 berufsbegleitend als Gasthörer Veranstaltungen der TH Leipzig. 

Nach 1990 wurde Werner Schneider Aspirant an der Technischen Hochschule Leipzig, danach an der Universität Leipzig und später an der Technischen Universität Dresden, jeweils an den Instituten für Statik und Dynamik bzw. Technische Mechanik. 1999 promovierte er, 2002 folgte die Habilitation und 2003 wurde er zum Professor für Statik und Dynamik an der TU Dresden berufen. Werner Schneider ist Initiator und Leiter des Vereins des von ihm gegründeten Kulturprojekts „Leipziger Notenspur“. 

Quellen: 
UAHW, Rep. 7, Nr. 1572; Rep.18.1.2, Nr. 77 u. Rep.18.1.2, Nr. 78

Friedemann Stengel: Die Theologischen Fakultäten in der DDR. Als Problem der Kirchen- und Hochschulpolitik des SED-Staates bis zu ihrer Umwandlung in Sektionen 1970/71, Leipzig 1998, 661–668.

Autor: AK

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