Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Schönfeld, Günther Klaus

geboren:20. Dezember 1926 in Hartmannsdorf
  
  
  

Schönfeld, Günther Klaus

Kurzbiographie: * 20. Dezember 1926 in Hartmannsdorf. Student der Medizin an der MLU, Gymnasium in Chemnitz, 1943/44 Luftwaffenhelfer, Reichsarbeitsdienst, 1945 Wehrmacht und Kriegsgefangenschaft, 1947 nach Reifevermerk, Abitur, Student der Medizin an der Universität Halle Nr. 1953. Immatrikuliert wurde er am 21. November 1947. Bei Tag und Art des Abgangs steht: „14.12.1951 gestrichen wegen Nicht-Rückmeldung z. W.S. 51/52 lt. Verfüg. d. Prorektor f. Stud.-Angel. Htm.“ Er wurde am 4. Mai 1951 in Halle durch den Staatssicherheitsdienst gemeinsam mit Wolf-Günther Hilscher, Horst Sackmann und Werner Kirsten wegen angeblicher Boykotthetze verhaftet. (Sie hatten den Himmelfahrtstag, am 3. Mai 1951, gemeinsam gefeiert und am Ende brannte in der Nacht zum 4. Mai 1951 ein Stalinplakat.) Schönfeld befand sich in der StVA Magdeburg-Sudenburg. Er wurde am 3. Oktober 1951 vor 1. Strafkammer des LG Halle „mangels Beweises“ freigesprochen und nach Revision durch die Staatsanwaltschaft mit einem neuen Urteil vom 3. April 1952 vom Oberlandesgericht Halle ebenfalls freigesprochen. Die Mitverhafteten blieben nur wenige Tage in Haft. Am 4. April 1952 wurde er entlassen und setzte sein Studium in West-Berlin fort. 1954 nach der Approbation ging er an das Virchow-Krankenhaus des Universitätsklinikums in West-Berlin, er wurde zum Dr. med. promoviert. Am 1. Dezember 1956 trat er als Arzt in der Bundeswehr ein. 1979, nach vielfältigen ärztlichen Verwendungen in Stabs- und Lehrtätigkeiten, Referatsleiter im Bundesministerium. 1982 als Generalarzt in internationaler Verwendung als Medical-Advisor, Allied Command Europa bei SHAPE in Belgien. Ab 1. April 1985 Kommandeur der Akademie des Sanitäts- und Gesundheitswesens der Bundeswehr in München. Am 31.3.1987 ging er in den Ruhestand. Er hat das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Quellen: Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, S. 666

Autor: AK

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