Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Tielsch, Herbert, Dr.

geboren:2. Dezember 1907 in Darkehmen/Ostpr.
  
  
  

Tielsch, Herbert, Dr.

Kurzbiographie: * 2. Dezember 1907 in Darkehmen/Ostpr.. Oberassistent am Physikalischen Institut der MLU. 1929 in Königsberg Abitur, an Albertus-Universität zu Königsberg Physik, Mathematik, Chemie und Mineralogie studiert, 1932-35 1. Physikalisches Inst. Königsberg Hilfsassistent, arbeitet über kosmische Strahlen, 1934 Promotion in Physik, 1935-36 Assistent, in München noch meteorologische Prüfung, 1936- 1946 Reichswetterdienst, als Meteorologe in den Wetterwarten Nürnberg, Ludwigslust, Wesendorf (Hann.) und Königsberg gearbeitet, 1941 als Regierungsrat verbeamtet, 1937 geheiratet, Kriegsgefangenschaft in Huston (Louisiana) USA, Lagertätigkeit in der Gefangenschaft: Lehrer für Physik, SED seit 15. November 1946, ab 1946 Institut für experimentelle Physik der MLU, zunächst Assistent, ab 1954/55 Oberassistent. 1958 versucht Herbert Tielsch offiziell, mit Genehmigung, in die Bundesrepublik zu gehen. Ihm war eine Stelle in Selb Oberfranken beim Elektroakustischen Labor der Fa. Rosenthal Isolatoren angeboten worden. Das Staatssekretariat für Hochschulwesen lehnt seinen Antrag auf Umsiedlung ab. Tielsch wendet sich an den Ministerpräsidenten. 1959 geht er nach Dresden und arbeitet im Institut Manfred von Ardennes. Der letzte Aktenvermerk beim MfS Halle ist am 24. Juni 1959: „Tielsch ist an wichtigen Forschungsaufträgen im Inst. von Prof. Ardenne tätig, er ist der VB Dresden wegen Vorbereitung zur Republikflucht angefallen.“ Er wurde 1959 wegen angeblicher ‚Republikflucht’ verhaftet. Nach Aussage von Heinrich Blobner war er drei bis vier Jahre in der StVA Bautzen inhaftiert. Er ist verstorben. Seine Frau ging später in die Bundesrepublik Deutschland.

Quellen: Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, S. 673 f.

Autor: AK

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