Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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(Hermann) Richard Pott

geboren: 22. Oktober 1844 Halle
gestorben: 25. Septmeber 1903 Wernigerode
Konfession: evangelisch
Vater: Universitätsprofessor August Friedrich Pott

(Hermann) Richard Pott

Pott besuchte die Latina der Franckeschen Stiftungen. Nach dem Wehrdienst begann er an der Universität Halle ein Studium der Naturwissenschaften. Als Infanterist nahm er 1866 an den Schlachten von Münchengrätz und Königgrätz teil. Zurück in Halle, wechselte er zur Medizin, die er kurze Zeit auch in Würzburg studierte. 1870 promovierte er an der Universität Halle mit der Dissertation »Über die Gefahren und Nachteile der intrauterinen Injektionen« zum Dr. med. Als Leutnant nahm er am Krieg gegen Frankreich teil, zunächst an den regulären Gefechten bei Pierrefitte, danach an der Bekämpfung von Franktireurs in der Normandie (befördert zum Oberleutnant, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse). 1872 legte Pott das Staatsexamen und trat eine Stelle in der Universitätspoliklinik an. 1876 habilitierte er sich an der Universität Halle mit der Schrift »Quaestiones de symptomatibus meningitidis tubercolosae puerorum« für die Fächer innere Medizin und Kinderheilkunde. Pott gründete mit eigenen Mitteln eine Poliklinik für Kinderkrankheiten, 1883 wurde er zum – unbesoldeten – außerordentlichen Professor ernannt. Seit 1886 war Pott zugleich Leiter des Provinzialimpfinstituts und erhielt an der Universität einen – jetzt dotierten – Lehrauftrag über das Impfen. Ab 1895 leitete er die Kinderheilstätte des Frauenvereins. Pott forschte zu den Infektionskrankheiten des Kindes sowie zu Mißbildungen und verfasste zahlreiche Beiträge für das Jahrbuch der Kinderheilkunde. Pott starb an einer nicht ausgeheilten Infektion, die er sich bei einer Operation zugezogen hatte. Kurz vor seinem Tod wurde er mit dem Roten Adler-Orden IV. Klasse ausgezeichnet.

Quelle: UAHW, Rep. 11, PA 12596 (R. Pott).

Autor: HE

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