Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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(Georg Friedrich) Franz Praetorius

geboren: 22. Dezember 1847 Berlin
gestorben: 21. Januar 1927 Breslau
Konfession: evangelisch
Vater: Kaufmann

(Georg Friedrich) Franz Praetorius

Das Gymnasium besuchte Praetorius in Berlin. Ab 1865 studierte er Sprachwissenschaften, speziell Orientalistik an den Universitäten Berlin, Leipzig und wieder Berlin. 1870 promovierte er an der Universität Halle mit der Dissertation »Fabula de Regina Sabea apud aithiopes« zum Dr. phil. 1870/71 nahm er am Frankreichfeldzug teil. 1873 habilitierte er sich an der Universität Berlin, 1876 wurde zum außerordentlichen Professor ohne Besoldung ernannt. 1880 erhielt er den Ruf auf ein Ordinariat für semitische Philologie an der Universität Breslau. 1892 wechselte er an die Universität Halle, zugleich war er hier Schriftführer der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in deren Zeitschrift die meisten seiner Arbeiten erschienen. 1900 lehnte er einen Ruf ab, nahm jedoch 1909 den an die Universität Breslau an.
Praetorius Hauptarbeitsgebiete waren Äthiopistik und Hebraistik. Er widmete sich vor allem der Grammatik der lebenden Sprachen Äthiopiens (Tigrin^n^a, Amharisch, Harari sowie den nichtsemitischen Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Seine »Äthiopische Grammatik« (1886) wird nach wie vor im akademischen Unterricht benutzt. Als Hebraist befasste er sich intensiv mit der Dichtung des Alten Testaments (u. a. Bücher Amos, Hosea, Jesaja) sowie mit der Herkunft der hebräischen Akzente und Namen. Außerdem wurde Praetorius mehrfach vom Auswärtigen Amt mit der Übersetzung von Schriftstücken betraut.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 12609 (Praetorius); Dissertation; www.bautz.de.

Autor: HE

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