Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ernst Pringsheim

geboren: 26. Oktober 1881 Breslau
gestorben: 26. Dezember 1970 Hannover
Konfession: evangelisch
Vater: Gutsbesitzer, Rentier

Ernst Pringsheim

Pringsheim besuchte das Realgymnasium in seiner Heimatstadt, das Reifezeugnis erhielt er 1902. Er studierte in München, Breslau und von 1904 bis 1906 in Leipzig Naturwissenschaften, vor allem Botanik, Zoologie und Chemie. Durch seinen Doktorvater Wilhelm Pfeffer wurde Pringsheim zu physiologischen Studien angeregt, 1905 promovierte er in Leipzig mit einer Arbeit über die Wasserbewegung und die Turgorregulation in welkenden Pflanzen. 1906 wurde Pringsheim Assistent am pflanzenphysiologischen Institut in Breslau, wechselte jedoch noch im selben Jahr in gleicher Stellung an das botanische Institut der Universität Halle. 1909 habilitierte er sich hier für Botanik mit der Arbeit »Studien zur heliotropischen Stimmung und Präsentationszeit«. Seine Antrittsvorlesung hielt er über die ungeschlechtliche Vermehrung. 1912 veröffentlichte Pringsheim eine vielbeachtete Monographie über die Reizbewegungen der Pflanzen. Seine Versuche mit chlorophyllführenden Mikroorganismen hätten, so heißt es 1914 in der Begründung des Antrages für die Verleihung des Professorentitels, »z. T. Aufsehen erregende Erfolge gehabt.« Mit Kriegsbeginn nahm Pringsheim in Halle eine Tätigkeit im hygienischen Institut an, ab Februar 1916 arbeitete Pringsheim im hygienischen Institut der Universität Greifswald. Im September 1916 wurde er dort entlassen. Sofort eingezogen, leitete Pringsheim in den folgenden Jahren Kriegsdienst als Sanitätssoldat, später als Bakteriologe beim beratenden Hygieniker der 5. Armee. Unmittelbar nach seiner Rückkehr vertrat er den planmäßigen Extraordinarius, von 1920 bis 1923 war er außerordentlicher Professor der Universität Berlin. 1923 erhielt Pringsheim ein besoldetes Extraordinariat an der deutschen Universität Prag, 1924 wurde er dort zum ordentlichen Professor und Direktor des pflanzenphysiologischen Instituts berufen. Dort beschäftigte er sich vor allem mit der Züchtung von Algen. 1938 entlassen, emigrierte er im Folgejahr und fand eine Anstellung als Kurator des Culture College of Algae in Cambridge (England). 1951 emeritiert, forschte Pringsheim bis 1953 in den Strangeway Laboratories in Cambridge weiter. 1953 kehrte er als Honorarprofessor der Universität Göttingen nach Deutschland zurück und veröffentlichte weiterhin zur Physiologie der Algen (»Contributions towards a Monograph of the Genus Euglena«, Leipzig 1956; »Farblose Algen – Ein Beitrag zur Evolutionsforschung«, Jena 1963).

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 12652 (Pringsheim); Kürschner 31; Deichmann, Biologen; International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945, Vol. II/2, p. 929.

Autor: HE

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