Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Paul Heinrich Römer

geboren: 19. Mai 1876 Kirchhain (Bezirk Kassel)
gestorben: 30. März 1916 Nowogrodek (Russland)
Konfession: evangelisch
Vater: praktischer Arzt

Paul Heinrich Römer

Römer besuchte das Gymnasium in Marburg und studierte Medizin an den Universitäten Marburg, Kiel und Würzburg. 1899 leistete er Militärdienst als Einjährig freiwilliger Arzt. 1900 promovierte Römer an der Universität Marburg mit einer Dissertation über den Faserverlauf im Gehirn des Kindes zum Dr. med. und trat dort als Erster Assistent in das Institut für Hygiene und experimentelle Therapie ein. 1903 habilitierte er sich für das Fach Hygiene mit der Studie »Über Tuberkelbacillenstämme verschiedener Herkunft«, 1905 wurde er Abteilungsvorsteher im Hygienischen Institut. 1907/08 hielt er sich Auftrag Emil von Behrings in Buenos Aires auf, um Untersuchungen über die Bekämpfung der Rindertuberkolose in Argentinien vorzunehmen. Obwohl Römer in von Behrings Institut an vorgebenen Themen arbeitete, erwarb er sich auf dem Gebiet der Bakteriologie und Immunitätslehre, besonders aber der experimentellen Therapie ein eigenständiges Profil. So gelang ihm eine genauere Beschreibung der Poliomyelitisviren. Darüber hinaus forschte er zur Hygiene der Milch und der Milchverarbeitung. 1908 erhielt er den Professorentitel. 1913/14 war Römer zu wissenschaftlichen Arbeiten an den Hygienischen Instituten in Bonn und Berlin beurlaubt. Ende 1913 nahm er den Ruf auf ein Ordinariat an der Universität Greifswald an (Nachfolge Friedrich Löffler), 1915 wechselte er nach Halle. Vorlesungen hielt Römer hier allerdings nicht, da er 1914 als Stabsarzt der Reserve eingezogen wurde. Er diente während des Ersten Weltkrieges als Korpshygieniker beim 25. Reservekorps und wurde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Römer verstarb an einer Fleckfieberinfektion.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 13209 (P. Römer); Chronik 1916/17, S, 16; Catalogus professorum academiae Marburgensis, Band 2, S. 349; E. Friedberger: Paul Heinrich Römer†, in: Zeitschrift für Immunitätsforschung und experimentelle Therapie, Heft 1 (1917).

Autor: HE

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